Auf seinem "Battery Day" schwärmt der Tesla-CEO von einer neuen Ära der E-Autos. Bessere Batterien, mehr Reichweite und ein Billo-Tesla für etwas mehr als 21.000 Euro. Ein bisschen müssen wir uns aber noch gedulden, bis wir die Inovationen á la Elon Musk erleben dürfen.

Elon Musk war schon immer ein großer Visionär – auch wenn einige seiner Taten und Worte nicht ganz nachvollziehbar für uns sind. Aber wie heißt es schön: Genie und Wahnsinn liegen eng beieinander. Auf der alljährlichen Hauptversammlung seines E-Auto-Herstellers Tesla überraschte er seine Investoren: Musk will einen E-Auto zum Schnäppchenpreis auf den Markt bringen – der zudem vollautonom fahren kann.

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Der Tesla soll gerade einmal rund 21.388 Euro kosten – ein echtes Schnäppchen also. Bisher kostet der günstigste Tesla in schmaler Ausstattung stolze 45.000 Euro. Nun kündigte der E-Auto-Pionier beim "Battery Day" im kalifornischen Fremont an:

Wir sind zuversichtlich, dass wir ein sehr, sehr überzeugendes Elektroauto für 25 000 Dollar bauen können.

Das scheinen blendende Aussichten auch für das geplante deutsche Tesla-Werk, die Giga-Factory, im brandenburgischen Grünheide bei Berlin zu sein. Allerdings müssen sich Kunden noch gedulden bis es soweit ist. Die Voraussetzung dafür, dass die Preise so stark fallen können, seien drastische Kostensenkungen in der Batterieherstellung. Musk glaubt zwar, diese erreichen zu können, aber erst in etwa drei Jahren.

Tesla auf Erfolgskurs?

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Ein Einstiegsmodell für knapp über 21.000 Euro könnte Teslas Erfolg beflügeln. Allerdings kann dieser Preis für Deutschland wahrscheinlich nicht einfach nach dem Wechselkurs in umgerechnet werden. So wird das Model 3 in den USA ab einem Listenpreis von gut 39.990 Dollar angeboten, das wären 34.200 Euro. Tatsächlich startet die Preisliste für das Model 3 aber erst bei 42.900 Euro in Deutschland, auch weil hierzulande immer die Mehrwertsteuer mit einberechnet werden muss und Anpassungen für den deutschen Markt Kosten verursachen.

Da der Tech-Milliardär vor allem Zukunftsmusik lieferte, wurden die hohen Erwartungen an das Event, bei dem Beobachter auf bahnbrechende Innovationen bei der Fertigung von Autobatterien spekuliert hatten, letztlich nicht erfüllt. Effiziente und kostengünstige Batterien gelten als Voraussetzung dafür, dass sich die Elektromobilität im Massenmarkt durchsetzen kann. Tesla trauen Analysten dabei besonders viel zu. Entsprechend hoch war die Spannung.

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Mehr Reichweite durch Megabatterien

Doch auch wenn der Tesla-Chef mal wieder eine Menge vorführte und ankündigte – insgesamt sollen die Batteriekosten dank technischer Fortschritte halbiert und die Reichweite der E-Autos massiv erhöht werden – handelte es sich zunächst nur um mittel- bis langfristige Versprechen. Musk hatte die Hoffnungen auf einen unmittelbaren Durchbruch schon am Vorabend gedämpft, indem er bei Twitter erklärte, dass sich die Innovationen in Teslas Batterie-Technologie erst ab 2022 in größeren Produktionsvolumen bemerkbar machen dürften.

Trotz dieser Vorwarnung reagierten Anleger enttäuscht und ließen die Aktien, die schon mit einem Minus von 5,6 Prozent aus dem regulären US-Handel gegangen waren, nachbörslich um weitere gut 7 Prozent fallen. Jedoch zählt Tesla mit einem Kursplus von mehr als 400 Prozent im laufenden Jahr zu den größten Überfliegern am Markt, sodass die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen günstig ist. Mit einem Börsenwert von gut 395 Milliarden Dollar, also knapp 338 Milliarde Euro, ist der Konzern mit Abstand am höchsten gehandelte Autohersteller weltweit.

Auch wenn das Batterie-Event nicht ganz überzeugen konnte, haben Tesla-Fans derzeit viel Grund zur Freude. Denn während die Corona-Pandemie der Autoindustrie insgesamt schwer zu schaffen macht, sieht Musk sein Unternehmen weiter auf Erfolgskurs.

Uns geht es 2020 sehr gut, wir werden trotz schwieriger Umstände wahrscheinlich ein Wachstum zwischen 30 und 40 Prozent erreichen. Während es für den Rest der Branche abwärts ging, ging es für Tesla nach oben.

Damit machte er deutlich, dass Tesla am ehrgeizigen Jahresziel festhält, rund 500.000 Elektro-Autos auszuliefern. Das wären 36 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der 49-Jährige ließ sich von den Fans per Hupkonzert feiern, da das Aktionärstreffen pandemiebedingt vor Teslas US-Autowerk mit einer Freiluftbühne im Stile eines Autokinos zusammenkam. Die Stimmung war angesichts der jüngsten Erfolgswelle bestens und Musk erhielt nach Bestätigung der Jahresziele und des zuletzt erreichten Meilensteins der ersten vier aufeinanderfolgenden Quartale mit Gewinn in Folge viel Anerkennung.

[Text: Zusammen mit dpa/sw]

  • Quelle:
  • Noizz.de