Wenn Menschen ihre Liebsten umbringen, dann hat das einen besonders bitteren Beigeschmack. Und das, obwohl kriminalstatistisch bekannt ist, dass es sich bei Mörder*innen meist nicht um eine*n Fremde*n handelt – sondern um jemanden aus dem engen Umfeld. So auch in diesem Fall: Ein Brite hat jetzt zugegeben, seine Ehefrau getötet zu haben. Trotzdem droht ihm kein Mordprozess.

Der 51-jährige Peter Hartshorne-Hones muss sich nicht in einem Mordprozess verantworten – und das, obwohl eine seine Ehefrau getötet hat. Der Waffenhändler schoss seiner Frau in die Brust, sie starb am selben Tag im Krankenhaus. Nur kurze Zeit, nachdem er die tödliche Kugel abgefeuert hatte, wählte er die Rufnummer der Polizei. In dem Anruf soll er sich entschuldigt haben: "Ich hatte nicht vor, sie umbringen." Zu diesem Zeitpunkt ahnte niemand, was sich im Kopf des Angeklagten abgespielt haben muss.

Der Angeklagte litt seit Längerem unter psychischen Problemen

Am vergangenen Donnerstag kam dann in einer Anhörung Licht ins Dunkel. Hartshorne-Hones plädierte zwar für schuldig wegen Totschlags – allerdings mit verminderter Schuldfähigkeit. Laut Hartshorne-Jones' Anwält*innen und einem psychologischen Bericht leidet der Angeklagte seit Längerem unter psychischen Problemen. Seit der Corona-Pandemie soll er aufgrund des Lockdowns vermehrt unter Stress gelitten haben – was laut den Dokumenten zu Symptomen einer Psychose führte, wie "The Sun" berichtet.

Staatsanwalt Peter Gair teilte mit, dass der psychiatrische Bericht die "Abnormalität der geistigen Funktionsfähigkeit" des Angeklagten zum Zeitpunkt des Mordes bestätige. Die Berichte von zwei Psychiatern und andere Beweise würden außerdem bedeuteten, dass Hartshorne-Jones Unschuld "mit größerer Wahrscheinlichkeit vor Gericht bewiesen werden würde".

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Sein mentaler Zustand deutete sich bereits in den Wochen vor dem Mord an

Wie aus einer früheren Anhörung hervorging, hatte sich Hartshorne-Jones' schlechter mentaler Zustand in den Wochen vor dem Mord angedeutet. Innerhalb von 42 Tagen hatte er mehrfach bei medizinischem Fachpersonal angerufen, was zu insgesamt 29 Besuchen durch Rettungssanitäter*innen bei ihm nach Hause führte. Laut eigener Aussage, weil er glaubte, körperliche Beschwerden zu haben. Laut der Staatsanwaltschaft gingen diese allerdings "ganz oder teilweise" auf seine geistige Beeinträchtigung zurück.

Hartshorne-Jones betreibt den Onlineshop Hartshorne Fine English Shotguns, in dem er laut seiner Website "die besten Sport-Schrotflinten Englands und Schottlands" verkauft. Außerdem ist er Besitzer einer Personalvermittlung für Catering-Events. Seine Ehefrau war Juristin und wurde in Heidelberg geboren.

Hartshorne-Jones sitzt in Untersuchungshaft und soll in der Woche ab dem 11. Januar verurteilt werden.

  • Quelle:
  • Noizz.de