In der Polizeiakte des Opfers stehen Raub, Körperverletzung und Drogendelikte.

Der 36-jährige Nidal R. ist am Tempelhofer Feld in Berlin-Neukölln von mehreren Schüssen getötet worden. Zeugen alarmierten Polizei und Rettungskräfte. Der Angeschossene wurde am Tatort reanimiert und in ein Krankenhaus gebracht, wo er seinen schweren Verletzungen erlag.

Die Schüsse fielen den Angaben zufolge gegen 17.40 Uhr. Danach seien mehrere Menschen mit einem Auto vom Tatort geflüchtet. Entgegen erster Informationen gab es bis zum Abend keine Festnahme. Die Polizei hatte zuvor getwittert, dass ein Tatverdächtiger festgenommen worden sei.

Beamte waren indes mit einem Großaufgebot vor dem Benjamin Franklin Klinikum vor Ort, um das Gebäude zu bewachen. Rund 150 aufgebrachte Menschen hatten sich Polizeiangaben zufolge vor dem Krankenhaus versammelt, nachdem der 36-Jährige eingeliefert worden war. Die Polizei bat auf Twitter darum, nicht zur Klinik zu kommen. „Es darf heute Nacht niemand zu ihm.“

Nach unbestätigten Informationen mehrerer Medien soll es sich bei dem Opfer um ein polizeibekanntes Mitglied einer arabischen Großfamilie handeln. Die Polizei wollte sich nicht zur Person äußern, gab aber an, dass der Mann aus dem Libanon stammte.

Die Polizei vor Ort Foto: Paul Zinken / dpa picture alliance

Jetzt will die Berliner Polizei einen Racheakt verhindern. Man habe „exzellente Szenekenntnisse“, doch Gewaltexzesse ließen sich nicht immer verhindern, sagte der Leiter der Abteilung Organisierte Kriminalität im Landeskriminalamt, Sebastian Laudan, am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses.

In dem konkreten Fall stünden die Ermittlungen erst am Anfang. „Wir müssen Licht ins Dunkel bringen.“ Das Tatmotiv war noch unklar - zu hören waren aber Spekulationen über Rivalitäten konkurrierender Familien und persönliche Rache.

Nidal R. soll bereits im Alter von zehn Jahren erste Straftaten verübt haben, war damals aber noch strafunmündig. Seit seinem 15. Lebensjahr stand er immer wieder vor Gericht. Anklagen lauteten auf Körperverletzung, Raub, Bedrohung, Nötigung, Drogendelikte sowie Fahren ohne Führerschein, Gefährdung des Straßenverkehrs und Unfallflucht. Eine Abschiebung in den Libanon scheiterte 2004 wegen ungeklärter Staatsbürgerschaft.

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de