„Ich meine, jemand muss das ja organisiert haben.“

Am Sonntag feierte die Doku „Leaving Neverland“ über den mutmaßlichen Kindesmissbrauch von Michael Jackson Premiere auf HBO. Im Anschluss an den zweiten Teil läuft die Sondersendung „After Neverland“. Talkshow-Legende Oprah Winfrey hat den Regisseur Dan Reed, sowie die beiden mutmaßlichen Missbrauchsopfer James Safechuck und Wade Robson zu Gast, um über die Vorwürfe zu sprechen.

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Eine Frage beschäftigt die Moderatorin dabei besonders: Wer hat von dem Missbrauch gewusst und weggesehen? Regisseur Reed sagt dazu: „Ich glaube, viele Leute wussten es.

Robson erzählt in dem Interview:  „Michael war selten alleine.“ Der Star habe die ganze Zeit eine Art Maschinerie um sich gehabt. Er erklärt: „Sekretäre haben die meisten meiner Anrufe geregelt und sich um Autos gekümmert, die mich abgeholt und zu ihm gebracht haben.“ Außerdem behauptet Robson: „Sicherheitskäfte warteten immer hinter der Tür.“

Oprah will nicht nur wissen, wie viele Menschen aus Michael Jackson Umfeld weggesehen oder bei mutmaßlichen Kindesmissbrauch mitgeholfen haben. Sie fragt auch die beiden mutmaßlichen Opfer zu ihrem Verhalten beim Phädophilie-Prozess von 2005 gegen Michael Jackson. Damals hatte Robson unter Eid ausgesagt, er wäre nicht von Michael Jackson missbraucht worden. Safechuck hatte damals die Aussage verweigert. Oprah will wissen, ob die beiden damals an all die weiteren Jungen gedacht haben, die der Popstar angeblich auch missbraucht haben soll.

Safechuck sagt: „Wir wurden so trainiert und getrimmt.“ Robson stimmt dem zu, sagt, er habe an niemand anderen denken können, er wäre „trainiert“ worden, „ein Soldat für Michael zu sein und ihn zu beschützen.“

Er teilt seine Schuldgefühle: „Ich wünsche mir, es wäre damals anders gewesen. Ich wünschte, ich wäre bereit gewesen, als ich elf Jahre alt war. “ Er sagt: „Ich wünschte, ich wäre bereit gewesen, als ich 22 Jahre alt war, dass ich die Vorwürfe bestätigt hätte, einen Sinn für Gerechtigkeit gehabt hätte, damals dazu beizutragen hätte, Michael zu stoppen. Ich wünsche mir, es das wäre der Fall, aber so war es leider nicht.“

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Im Publikum saßen über 100 Überlebende von Kindesmissbrauch und ihre Unterstützer. Sie alle hatten sich gerade erst die vierstündige Doku über Michael Jackson angesehen.

Quelle: Noizz.de