Seit dem MeToo-Skandal gibt es in Deutschland eine Anlaufstelle für Menschen, die sexuelle Belästigung in der Film- oder Theaterwelt erlebt haben. In anderthalb Jahren haben sich dort 255 Menschen gemeldet.

"Wir haben mehr als 500 Beratungsgespräche geführt, telefonisch oder persönlich", sagte eine Beraterin der Themis-Vertrauensstelle dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Dabei sei es um alle Formen von Machtmissbrauch gegangen. "Von den schwächsten Formen wie Anstieren, sexualisierten Blicken auf Geschlechtsteile über anzügliche Bemerkungen bis hin zu schweren Straftaten", sagte sie dem Magazin.

#MeToo in Deutschland: Elf Opfer meldeten Vergewaltigungen

"Innerhalb des ersten Jahres sind uns elf Vergewaltigungsvorwürfe am Arbeitsplatz gemeldet worden."Bei der Anlaufstelle, die im Herbst 2018 in Berlin gegründet worden war, können sich Betroffene aus Film, Fernsehen, Theatern und Orchestern melden, wenn sie sexuelle Belästigung oder Gewalt erfahren haben. Getragen wird die Einrichtung von mehreren Branchenverbänden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) fördert das Projekt. "

Wir brauchen einen Kulturwandel und müssen gucken, wie man den herbeiführt", sagte Vorstandsmitglied Eva Hubert am Freitag. Bei der Vorbereitung von Dreharbeiten müsse etwa schon klargemacht werden, dass Anmachsprüche tabu seien. Berichte über sexuelle Übergriffe des US-Filmproduzenten Harvey Weinstein hatten 2017 unter dem Schlagwort #MeToo eine Debatte über Missbrauch und Sexismus ausgelöst.

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[Text zusammen mit: dpa]

  • Quelle:
  • Noizz.de