Hinweise auf Radikalisierung und psychische Labilität.

Messerattacke in Hamburg. Gestern, 15:10 Uhr. Ein Mann greift Passanten mit einem großen Messer an. Er sticht wahllos auf Passanten in einem Edeka-Supermarkt ein.

Ein Mann stirbt an seinen Verletzungen, sieben weitere Personen werden laut Hamburgs Innensenator Andy Grote schwer, teilweise lebensgefährlich verletzt.

Der Täter wurde auf der Straße von Passanten gestellt und mit Stühlen beworfen. So konnten weitere Opfer verhindert werden. Als die Polizei eintraf, wurde der Täter mit Kopfverletzungen festgenommen.

Die Ermittlungen am Tatort laufen Foto: Markus Scholz / dpa picture alliance

Nach Informationen des Spiegels handelt es sich beim Täter um den 26-jährigen Ahmad A. Der aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stammende Mann kam als Flüchtling nach Deutschland, lebte zuletzt in einem Flüchtlingsheim in Hamburg.

Laut Polizei kam Ahmad A. kurz vor 15 Uhr in den Edeka, kaufte sich Toastbrot und verließ den Supermarkt. Danach stieg er in einen Bus und fuhr davon. Nach einigen Stationen verließ Ahmad A. den Bus und kehrte zum Supermarkt zurück. Dort ging er „zielgerichtet zu einem Verkaufsstand und packte ein etwa 20 Zentimeter langes Messer aus“, teilte die Polizei mit.

Dann begann der Horror!

„Wir sind erschüttert und entsetzt von der Bluttat“, sagte Innenminister Grote, „es hätte jeden von uns treffen können.“ Auf der Pressekonferenz bedankte sich Grote bei den „mutigen und entschlossenenPassanten, die den Täter auf der Straße stellten.

Passanten legen in Gedenken an die Opfer Blumen ab Foto: Markus Scholz / dpa picture alliance

Die Polizei gründete gestern Abend bereits eine Ermittlungsgruppe. Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt ebenfalls. Die Generalbundesanwaltschaft hält sich die Übernahme des Falls offen.

Die bisherigen Erkenntnisse nach der Pressekonferenz mit Hamburgs Innensenator Andy Grote, der Polizei und der Hamburger Staatsanwaltschaft:

  • Es soll Hinweise auf religiöse Beweggründe geben. Den Sicherheitskreisen sei bekannt, dass sich Ahmad A. radikalisiert habe. Das Landeskriminalamt hat in der Vergangenheit mit Ahmad A. gesprochen. Er wurde als Islamist eingestuft (nicht als Dschihadist), bei dem zwar ein Verdacht bestehe, aber keine unmittelbare Gefährdung ausgehe.
  • Ahmad A. soll psychisch labil sein und Drogen konsumiert haben. Noch ist nicht geklärt, welches Motiv das vorherrschende war.
  • Es soll keine Hinweise auf Mittäter geben. „Momentan gehen wir davon aus, dass es sich um einen psychisch labilen Einzeltäter handelt“, sagte Grote.
  • Ahmad A. sollte abgeschoben werden. Die Ausreise konnte wegen fehlender Papiere aber nicht stattfinden. Entsprechende Passersatzpapiere waren beantragt, aber noch nicht ausgestellt. „Die Beantragung zeigt, dass er wohl willens war, das Land zu verlassen“, sagte Grote.
  • Ahmad A. kam im März 2015 in Deutschland an. Davor soll er bereits in Norwegen, Schweden und Spanien gewesen sein. Über Norwegen soll er dann nach Deutschland gekommen sein, wo er sich laut eigener Angaben während seines Asylverfahrens „bessere Perspektiven“ erhoffte.

Quelle: Noizz.de