Schweizer Supermarkt verkauft jetzt Insekten-Burger!

Robin Kittelmann

Politik, Gesellschaft, Motor
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Lecker und reich an Proteinen: Die Mehlwumr-Bürger! Foto: Coop / Coop Supermarkt

Reich an Proteinen.

Ab diesem Jahr dürfen in der Schweiz Grillen, Heuschrecken und Mehlwürmer auf die Teller kommen. Seit dem Frühjahr sind Insekten legale Lebensmittel.

Die Schweizer Supermarktkette „Coop" ergreift die Chance und bietet ab der kommenden Woche eine ganz besondere Spezialität an: Ein Burger mit Mehlwürmern! Auch Hackbällchen mit Mehlwürmern sind geplant.

Sieht gar nicht so schlecht aus Foto: dpa picture alliance

Laut der Supermarktkette haben die Leckereien mit Mehlwürmern ein hohes kulinarisches Potential. Sie seien gesund und nachhaltig. In einigen asiatischen Ländern stehen sie wegen ihres hohen Proteingehalts schon seit Jahrhunderten auf dem Speiseplan.

Ganz neu ist die Idee mit dem Wurm-Burger aber nicht. Anfang des Jahres haben zwei Frankfurter Studenten ihr Wurm-Burger-Start-Up gegründet. Die Mehlwürmer haben sie selbst mit Süßkartoffeln und Bananen gezüchtet. Laut Entwickler Maximilian Busse spricht nicht nur der hohe Proteinanteil für den Krabbel-Burger.

„Mehlwürmer enthalten viele ungesättigte Fettsäuren, so wie Fisch", sagt er im Gespräch mit Noizz. Auch geschmacklich könne der neue Burger punkten, denn es kommt auf die richtige Würzmischung an.

Obwohl die Frankfurter Wurm-Züchter viel positive Resonanz bekommen haben, ist ein Verkauf noch nicht geplant. „Das deutsche Verkaufsrecht lässt Mehlwürmer als Lebensmittel nicht zu", erklärt Busse. Dafür benötigt man bisher Extragenehmigungen und die zu bekommen ist nicht ganz einfach.

Der Insekten-Burger Foto: PR / Coop Supermarkt

Was in deutschen Supermärkten als Lebensmittel verkauft werden darf und was nicht, regelt die Novel Food Verordnung der europäischen Gemeinschaft. Sie sieht vor, dass alle Lebensmittel, die vor 1997 nicht in großen Mengen auf dem Markt waren, eine Genehmigung brauchen. Sinn und Zweck dieser Verordnung ist es, den europäischen Markt vor schädlichen Produkten zu schützen. 2018 sollen auch Insekten darin aufgenommen werden.

Lecker, oder? Foto: PR / Coop Supermarkt

Wer nicht bis 2018 lange warten will, kann im Internet schon jetzt geröstete Grillen kaufen. Das Münchner Unternehmen „Wicket Cricket" (zu deutsch „schrille Grille") bietet sie mit Salz, rosa Pfeffer und Allgäuer Kräutern an. Das Motto lautet dabei „Iss oder zirp". Die Insekten kommen von europäischen Züchtern, die alle nötigen Lebensmittelstandards erfüllen.

Der Antrieb der jungen Gründer: Auf das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten hinzuweisen. Grillen erzeugen weniger Treibhausgase, benötigen weniger Platz, Futter und Wasser als Kühe, Schweine oder Hühner.

Der neue Trend klingt also nicht nur aufregend, sondern auch ökologisch nachhaltig. Bei der nächsten Heuschreckenplage, müssen wir also einfach eine Friteuse aufstellen.

Quelle: Noizz.de

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