Boateng über den H&M-Skandal: "Eine Entschuldigung reicht nicht"

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Das dunkelhäutige H&M Model mit Krone: Eine beliebte Fotomontage aus dem Netz Foto: twitter.com/theborisbecker

Jetzt äußern sich auch deutsche Prominente.

„The coolest monkey in the jungle“ war auf dem Kapuzenpullover gedruckt, mit dem ein dunkelhäutiger Junge für den britischen Onlineshop von H&M posiert hat. Ein Satz, der für das schwedische Modeunternehmen zum PR-Desaster wurde. Die Aufschrift ließ verstehen, der kleine schwarze Junge erinnere an einen Affen. Ein Vergleich, der in der Geschichte der Diskriminierung von Schwarzen eine schmerzhafte Tradition hat.

Der Rassismus-Vorwurf wurde laut, bei Twitter empörten sich Hunderte, kurz darauf beendeten der US-Sänger The Weeknd und US-Rapper G-Eazy ihre Zusammenarbeit mit H&M. Auch NBA-Superstar LeBron James schaltete sich in die Diskussion ein und kritisierte das Foto heftig.

Das Unternehmen entschuldigte sich für den Fehltritt, löschte das Foto auf allen Kanälen und nahm den Pullover aus dem Sortiment. Aber die Empörung hält weiter an: Mittlerweile äußern sich auch Prominente aus Deutschland.

Boris Becker schrieb bei Instagram: „Es hört nie auf… wann fangen wir an, Hautfarbe zu respektieren !!!“ Dazu postete er eine Fotomontage des Fotos, bei dem auf dem Pulli des Jungen steht: „Coolest King in the world“ Auf seinem Kopf ist eine Krone zu sehen.

Aktuell geht Becker juristisch gegen den AfD-Politiker Jens Maier vor und konnte eine einstweilige Verfügung erwirken, nachdem dieser auf seinem Twitter-Account Beckers Sohn Noah als „Halbneger“ beschimpft hat. „Es ist Zeit, aufzustehen, den Finger zu heben und auf die Straße zu gehen. Hier und auf der ganzen Welt“, schrieb Becker in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“.

Becker: "Eine Entschuldigung reicht nicht”

Auch Fußballprofi und Eintracht-Spieler Kevin-Prince Boateng veruteilte das Werbefoto. „Ich bin dunkelhäutig, ich bin als Affe beleidigt worden. Weil wir Schwarze sind. Wie viele Leute sitzen da in der Marketingabteilung?”, sagte Boateng: „Solche Fehler dürfen nicht passieren. Eine Entschuldigung reicht nicht.”

Kämpft gegen Rassismus: Eintracht-Spieler Kevin-Prince Boateng Foto: Frank Rumpenhorst / dpa picture alliance

Das Werbefoto des kleinen Jungen geht mittlerweile um die Welt. Der US-amerikanische Rapper Sean Combs soll dem jungen Model offenbar einen Vertrag für sein eigenes Modelabel Sean John angeboten haben, das berichtet das Portal „Hip Hop Overload“. Angeblich soll der Rap-Star dem Jungen eine Million Dollar geboten haben.

In den vergangenen Jahren lösten Modeunternehmen mehrere Male PR-Skandale aus. Zara musste einen gestreiften Schlafanzug mit gelbem Stern zurückziehen, der an die Kleidung jüdischer Häftlinge in NS-Konzentrationslagern erinnerte. Auch die Pflegemarke Dove entschuldigte sich für einen Werbespot, in dem ein dunkelhäutiges Model nach dem Wechsel seines Tops zu einer weißen Frau wurde.

Quelle: Noizz.de

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