Der erste Versuch scheiterte bereits.

Sie sind extra nur für ein Bild gekommen. Zwei Typen knipsen ein Foto aus ihrem Auto und fahren schnell wieder davon. Denn wie lange das Grafitti noch da sein wird, weiß niemand.

Seit letztem Sonntagabend prangt ein riesiges Graffiti des ermordeten Clan-Mitglieds Nidal R. an einer Wand in Neukölln, Berlin. Das Bild zeigt das Gesicht des Intensivstraftäters mit einem Palästinenserschal, der über seiner Schulter liegt. Besonders heftig: Das Grafitti befindet sich genau an dem Ort, wo Nidal R. vor weniger als zwei Wochen mit 8 Schüssen niedergestreckt wurde.

Das Kunstwerk befindet sich direkt neben dem beliebten Tempelhofer Feld Foto: Noizz.de

Raub, Körperverletzung, Drogendelikte – die Strafakte von Nidal R. passt gut zur Größe des Bildes, und das ist auch genau das Problem.

Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) warnt nun, dass das Graffiti zu einem Walfahrtsort für Kriminelle werden könnte.

Zu recht?

Immerhin versammelten sich knapp 150 Menschen aufgebracht vor dem Krankenhaus in dem Nidal R. verstarb, und mehr als 2000 Menschen strömten zur Beerdigung des Clan-Sprosses. Die Polizei richtet sich laut „Tagespiegel“ darauf ein, das Überstreichen des Wandbildes absichern zu müssen.

Typisch Berlin: Laut eines Anwohners sei das Bezirksamt Neukölln schon da gewesen und habe versucht, das Bild zu übermalen – doch die Farbe reichte nicht aus.

Es gibt nicht nur Ehrfurcht für den Clan-Spross Nidal R. Foto: Noizz.de

Quelle: Noizz.de