Die Lieferanten kommen der großen Nachfrage kaum noch hinterher.

Seit dem 10. März können sich schwerkranke Patienten von ihrem Arzt medizinisches Marihuana verschreiben lassen. Die illegale Beschaffung der Blüten gehört damit für viele Patienten der Vergangenheit an – im Idealfall. Im Moment ist Marihuana in Deutschlands Apotheken jedoch Mangelware. Nach Recherchen der „Berliner Morgenpost“ kommt es in mehreren Apotheken in Berlin zur Zeit zu Engpässen. Auch in Köln gibt es kaum noch medizinisches Marihuana zu kaufen, wie der „Express“ berichtet.

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Die Lieferengpässe treten nicht nur in einzelnen Städten auf, sondern sind ein bundesweites Problem, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) bestätigt. Laut ABDA-Pressesprecherin Ursula Sellerberg liegt das vor allem daran, dass die Lieferanten aus den Niederlanden und Kanada der hohen Nachfrage nicht nachkommen. „Anders als bei synthetisch hergestellten Medikamenten braucht die Pflanze Zeit zu wachsen“, sagt Sellerberg im Gespräch mit NOIZZ. Es sei aber wahrscheinlich, dass sich die Lieferengpässe bis September wieder entspannen würden.

An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Für die Lieferanten sei es aber auch nicht gerade leicht, das medizinische Marihuana einzuführen: „Die stark und schell steigende Nachfrage ist bestimmt ein Grund für die Lieferengpässe. Hinzu kommen aber auch die bürokratischen Hindernisse bei der Einfuhr,“ sagt Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband.

Nach Angaben des Deutschen Hanfverbands gibt es in Deutschland etwa 5.500 Patienten, die Cannabis auf Rezept konsumieren oder zumindest einen Antrag bei ihrer Krankenkasse gestellt haben. Bei der Apotheke zahlen Patienten, je nach Einkaufspreis bei den Zulieferern, etwa 25 Euro pro Gramm.

ABDA-Sprecherin Sellerberg empfiehlt jenen Patienten, die nicht an ihre Marihuana-Verschreibung kommen, sich von ihrem Arzt beraten zu lassen. Eine gängige Alternative zu den Marihuanablüten seien zum Beispiel synthetisch hergestellte, Cannabinoid-haltige Medikamente. Im Gegensatz zum „frischen“ Marihuana gebe es hier zur Zeit keinen Lieferengpass.

  • Quelle:
  • Noizz.de