Astronom*innen haben zwei Supererden in einem Sternensystem entdeckt, das nur elf Lichtjahre von uns entfernt ist. Beide befinden sich im habitablen Bereich, heißt: Auf diesen Planeten herrschen die Voraussetzungen, die es zur Entstehung von Leben benötigt. Wie wahrscheinlich ist das – und wie findet man es heraus?

Gliese887b und Gliese887c, so heißen sie, die beiden potenziellen Heimaten außerirdischen Lebens in gerade mal elf Lichtjahren Entfernung von Mutter Erde, die gerade unter der Leitung von Forscher*innen der Universität zu Göttingen entdeckt wurden und im Wissenschafts-Journal "Science" veröffentlicht sind.

Eine digitale Veranschaulichung von Gliese877b und Gliese887c, die um den roten Zwerg "Lacaille 9352" kreisen.

Was genau sind Supererden?

Die beiden Glieses sind Supererden, was bedeutet, dass sie 1 bis 14 mal so groß wie unsere Erde sind. Sie befinden sich gerade noch im habitablen Bereich ihres Sternensystems und haben damit theoretisch alles, was Leben braucht. "Habitabel" meint in diesem Kontext vor allem zwei wichtige Eigenschaften, die die Planeten aufweisen müssen. Erstens brauchen sie eine Oberschicht aus Fels und Stein, also einen festen Körper. Zweitens muss eine intakte Atmosphäre existieren, die für die Bildung von flüssigem Wasser sowie Sauerstoff verantwortlich ist – den beiden Lebensgrundlagen.

Obwohl beide Faktoren auf die neu entdeckten Supererden zutreffen, kann es sein, dass die Temperatur auf ihnen zu hoch ist, um für Leben ertragbar zu sein – eventuell um die 70 Grad.

Dr. Sandra Jeffers, die leitende Forscherin der Entdeckung, sagte in ihrer Pressemitteilung der Uni Göttingen: "Diese beiden Planeten bringen die besten Möglichkeiten für weitere Forschungen, die Suche nach außerirdischem Leben eingeschlossen."

Leben im All? JWST soll's wissen

Für weitere Forschung fehlt eigentlich nur noch eines: das James-Wobb-Weltraumteleskop (JWST), der Nachfolger des Hubble-Teleskops, des bisher besten und wichtigsten Weltraumteleskops der Menschheit. Das JWST soll sage und schreibe 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt im All stationiert werden und von da aus eine bisher nicht gekannte Qualität von Aufnahmen des Weltraums machen. Eigentlich war der Start für März 2021 geplant, fand aber nicht statt. Einen neuen Termin gibt es nicht, nach Infos der NASA soll er aber noch im Jahr 2021 erfolgen. Bis dahin ist Geduld das Gebot der Stunde.

Quelle: Noizz.de