Harvey Weinstein ist ein verurteilter Sexualstraftäter – doch im Knast sitzt er noch nicht. Als Grund wird sein gesundheitlicher Zustand angegeben. Bekommt er wegen seines Promi-Status' eine Sonderbehandlung?

Als der ehemalige Filmmogul Harvey Weinstein nach langer Debatte endlich wegen verschiedener Sexualstraftaten verurteilt wurde, war das ein Meilenstein. Der Mann, dessen Taten die #Metoo-Bewegung ins Rollen gebracht hatten, würde endlich zur Rechenschaft gezogen werden.

Doch obwohl er bereits am 25. Februar verurteilt wurde, ist der Sexualstraftäter noch immer nicht im Gefängnis. Laut einem neuen Bericht der "Variety" soll Weinstein noch bis zum 11. März, wenn sein Strafmaß festgelegt wird, in der New Yorker Klinik Bellevue bleiben. Grund dafür: Er habe Brustschmerzen wegen seines hohen Blutdrucks.

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Entspanntes Fernsehen statt Knast

Im Internet waren in der vergangenen Woche Bilder des ehemaligen Hollywood-Produzenten aufgetaucht, die ihn entspannt in einem Gemeinschaftsbereich der Klinik Bellevue zeigen. Dies veranlasste die Social-Media-Nutzer zu der Frage, ob Weinstein eine Sonderbehandlung erhält.

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Einer von Weinsteins Anwälten, Arthur Aidala, sagte jedoch zu "Variety": "Die behandelnden Ärzte denken, dass er dort sein sollte – so einfach ist das. Es ist kein Geheimnis, dass er im Laufe der letzten Monate von mehreren Ärzten betreut wurde. Die Ärzte im Bellevue haben zumindest bis heute festgestellt, dass er nicht bereit ist, in eine nicht-medizinische Einrichtung zu gehen. Es liegt vollkommen im Ermessen des medizinischen Teams, diese Entscheidung zu treffen. Offensichtlich will niemand, dass Herrn Weinstein wegen seiner Gesundheit etwas zustößt."

Seit 2017 werfen mehr als 80 Frauen Weinstein sexuelle Übergriffe vor

Im Mittelpunkt des Prozesses standen aber die Anschuldigungen zweier Frauen. Weinstein vergewaltigte eine der Frauen im Jahr 2013 in einem New Yorker Hotel, die andere hatte er 2006 zum Oralsex gezwungen. Die Jury befand Weinstein in diesen Anklagepunkten für schuldig. Ihm drohen bis zu 29 Jahre Gefängnis, und auch in Los Angeles droht ihm eine separate Anklage mit einer Höchststrafe von 28 Jahren.

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  • Quelle:
  • Noizz.de