Bei der Prognose sollte eigentlich allen der Arsch auf Grundeis gehen – solange es noch Grundeis gibt.

Das letzte Mal, als die Menschheit so richtig um das Ende der Welt gebangt hat, war wahrscheinlich am 21. November 2012, als der Maya-Kalender endete.

Jetzt gibt es ein neues Datum, auf dass wir in Schockstarre schauen können: 2050. Ab da wird es mit uns nämlich steil bergab gehen, wenn sich nicht bald was ändert. Uns bleiben noch rund 30 Jahre – jedenfalls wenn es nach einem Bericht geht, den jetzt die australische Denkfabrik "Breakthrough – National Centre for Climate Restoration" vorgelegt hat. Vorgestellt hat ihn der ehemalige Chef der Australischen Streitkräfte und Offizier der Königlichen Australischen Marine Chris Barrie.

Barrie findet in seinem Vorwort klare Worte: Er bezeichnet die Erderwärmung als "die größte Bedrohung für die Menschheit nach einem Atomkrieg" und weist darauf hin, dass der einzige Ausweg eine sofortige, drastische Änderung im Lebensstil der gesamten Menschheit sei. Man muss sich vor Augen führen, dass dies die Worte eines Ex-Admirals und nicht die von irgendeinem Aktivisten sind.

Angeführt wird vor allem, dass relevante Berechnungen im Pariser Klimaabkommen falsch seien, weil dabei wichtige Aspekte – wie diverse Kohlenstoffzyklen – nicht berücksichtigt worden seien. Das Abkommen sieht bis zum Jahr 2100 eine Erderwärmung von drei Grad Celsius vor, Experten gehen aber von mindestens fünf Grad aus. Die drei Grad werden bis 2050 erreicht sein, mutmaßen die Forscher im Bericht.

Drei Grad oder fünf Grad: Ist das nicht egal? Nein. Denn schon eine Erwärmung von vier Grad sei nicht mit unserem Lebensstandard vereinbar. Fast alle existierenden Ökosysteme würden zerstört werden.

Professor Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung wird in dem Bericht wie folgt zitiert: "Wir sollten nicht vergessen, dass wir in einer einzigartigen Situation sind, da es bisher kein vergleichbares historisches Ereignis gab. Die Treibhausgaswerte und Temperaturen sind höher, als es die Menschheit je erlebt hat."

Leute, wir hätten früher anfangen sollen, zu recyclen.

Die Autoren haben ein Szenario verfasst, dass darstellen soll, wie die nächsten 30 Jahre aussehen werden. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Verantwortlichen alle Hinweise bis 2030 "höflichst" ignorieren, bis es dann endgültig zu spät ist.

Die Auswirkungen sind dann laut dem Bericht folgende:

Bis 2050 werden sämtliche Ökosysteme zerstört sein – wie beispielsweise das Korallenriffsystem, der Amazonas und die Arktis. Arme Länder und Regionen werden nicht in der Lage sein, ihrem Volk einen künstlich gekühlten Lebensraum zu bieten. Denn bis dahin wird es in Gebieten in West- und Südafrika und Mittelost- und Südost-Asien mehr als 100 Tage im Jahr eine tödliche Hitze geben. Davon werden alleine eine Milliarden Menschen betroffen sein.

Zwei Milliarden weitere Menschen werden weltweit von Wassermangel betroffen sein, während die meisten Regionen weltweit Probleme haben werden, Essen anzubauen. Das hätte die Folge, dass die gesamte Bevölkerung nicht mehr genügend Essen zur Verfügung hat und die Preise in die Höhe gehen.

Die Forscher betonen, dass dies eine Situation darstellt, die weit über menschlichen Kapazitäten liegen und früher oder später das Ende bedeuten wird.

Den einzigen Ausweg aus diesem Szenario sehen sie, wenn im nächsten Jahrzehnt ein massives Umdenken und eine Änderung unseres Lebensstandards stattfindet. Und zwar in einem Maßstab wie "die Notfallmobilisierung im Zweiten Weltkrieg".

Lesen könnt ihr den gesamten Bericht hier.

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Quelle: Noizz.de