Ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die beiden Länder annähern.

Um den Nordkorea-Konflikt stand es zuletzt ziemlich schlecht – Machthaber Kim Jong-un provozierte sowohl seine Nachbarn als auch die USA mit regelmäßigen Raketentests, während US-Präsident Donald Trump den Diktator via Twitter beschimpfte. Außerdem starb der Amerikaner Otto Warmbier an den Folgen seiner Geiselhaft in Nordkorea. Seitdem sprachen beide Länder immer wieder atomare Drohungen aus – im Winter schien die Eskalation zum Greifen nah.

Dieser Freitag wird nun historisch: In einem kleinen Grenzort soll sich Südkoreas Präsident Moon Jae-in mit Kim Jong-un treffen und Friedensgespräche aufnehmen. Es ist erst das dritte Gipfeltreffen, seitdem die beiden Koreas 1953 ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichneten.

Treffen sich bald im realen Leben: Kim Jong Un und Moon Jae In

Seit sich die USA für noch härtere Sanktionen ausgesprochen hatten, gab es aus Nordkorea zuletzt deutlich friedlichere Töne zu hören. Das wichtigste Zeichen der Entspannung: Ein vorläufiges Ende der provokanten Raketentests.

Nun geht auch Südkorea den nächsten Schritt: Das Militär hat die Lautsprecher, die im Grenzgebiet den Norden regelmäßig mit Popmusik, Nachrichten und Regime-Kritik beschallten, ausgeschaltet. Das Propaganda-Mittel wird immer wieder von Südkorea eingesetzt, um auf Provokationen seitens Nordkorea zu reagieren. Die ehemalige südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye bezeichnete die Taktik als „wirksamstes Mittel der psychologischen Kriegsführung“. Die Abschaltung der Lautsprecher ist also ein wichtiger diplomatischer Schritt.

Die Propaganda-Lautsprecher werden von Soldaten abgebaut

Doch Experten zweifeln daran, wie lange Kim Jong-uns Versprechen hält. Nordkorea ist zurzeit wirtschaftlich stark angeschlagen. Ob die bevorstehenden Gespräche zu irgendwelchen Friedensverträgen führen werden, ist noch längst nicht abzusehen. Ende Mai soll Kim Jong-un außerdem US-Präsident Donald Trump treffen. Der Ort des Treffens ist noch geheim.

Übrigens: Nordkorea hat an der Grenze ähnliche Propaganda-Lautsprecher aufgestellt. Ob diese abgeschaltet worden sind, konnte das südkoreanische Verteidigungsministerium noch nicht bestätigen.

Quelle: Noizz.de