Wie die Kanzlerin die Hoffnung auf Gras-Legalisierung zerstört.

Viele haben es vermutet, nun ist es offiziell. In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) sagte Angela Merkel jetzt auf die Frage, ob sie in einer möglichen nächsten Amtszeit Cannabis freigeben würde:

„Ich halte davon nichts. Wir erlauben eine sehr begrenzte Anwendung im medizinischen Bereich, darüber hinaus beabsichtige ich keine Änderungen.“

Nix mit „Legalize it“ also! Und das, obwohl die Kanzlerin doch so bemüht darum ist, ihre Partei, die CDU, als fortschrittlich, weltoffen und jung darzustellen. Oder warum sonst ließ sie sich erst kürzlich unter großem Medienrummel von vier Youtubern interviewen? (NOIZZ berichtete)

Merkel scheint sich bei ihrer Meinung zu dem Thema hundertprozentig sicher zu sein. Ihre Antwort an die Journalisten ist für eine Politikerin ihrer Größenordnung extrem deutlich. Mit ein bischen um den heißen Brei-Herumgerede hätte sie sich immerhin noch ein Hintertürchen offen lassen können, um junge Wähler bei der Stange zu halten. Ein paar von denen hätte sie mit einem Ja zur Gras-Legalisierung sicher durchaus einfangen können.

Doch „Mutti“ muss sich ohnehin keine großen Sorgen bezüglich der Bundestagswahl im September machen. In den aktuellen Umfragen liegt sie weit vor ihrem Konkurrenten Martin Schulz von der SPD – 16 Prozentpunkte, um genau zu sein.

Das NOIZZ-Fazit zur eindeutigen Message der Kanzlerin: Schade! Umso mehr, weil ihre Ablehnung – zumindest in dem Interview – ohne jede Begründung daherkommt.