In Kanada ist das Cannabis alle – einen Tag nach Legalisierung

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Viele gingen in den ersten Tagen der Legalisierung leer aus Foto: Grav / Unsplash

Gebrochene Kifferherzen all over Kanada.

Stell dir vor, du stehst stundenlang in einer Schlange vor einem frisch eröffneten Marihuana-Shop an. Mit hochroten Backen. Nicht nur, weil du dich über die kürzliche Weed-Legalisierung in deinem Land freust, sondern auch, weil dir arschkalt ist. Und dann, dann wirst du nach sieben Stunden warten abgewiesen. You guessed it: Die Cannabis-Vorräte in Kanada sind schon jetzt erschöpft.

So erging es jetzt tatsächlich etlichen Kanadiern.

Seit dieser Woche dürfen Erwachsene in Kanada das, worauf auch hierzulande viele hoffen: Legal und ohne jegliche Konsequenzen Marihuana kaufen, bei sich tragen und konsumieren. Solange die Menge 30 Gramm nicht überschreitet – und du das 18. Lebensjahr erreicht hast, versteht sich. (In manchen Bundesstaaten musst du sogar 19 sein.)

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Wie zu erwarten, bildeten nach mit in Kraft treten der neuen Regelung vor den Marihuana-Geschäften im Land enorm lange Schlangen. Die große Enttäuschung für alle Kaufwilligen kam schnell: Bereits am zweiten Tag der Legalisierung wurde aus manchen Provinzen berichtet, dass die Vorräte zu Ende gehen.

Viele gingen also leer aus. Darunter auch Alexandre, der vor einem Geschäft in Montreal wartete. Er sei um 21.00 Uhr abgewiesen worden, wie er der französischen Nachrichtenagentur „AFP“ jetzt berichtete. Dabei hatte der 30-Jährige ganze sieben Stunden gewartet und sogar klirrende Kälte inkauf genommen, um an seine Portion legales Weed zu kommen: „Es war die Hölle, es war kalt”, so Alexandre.

Er und die anderen Wartenden hätten aber trotzdem jede Menge Spaß gehabt. Ob da vielleicht schon der ein oder andere Blunt durch die Schlange gereicht wurde? Vertreiben lassen wollten sich die Kunden in jedem Fall nicht. Die Polizei musste die Schlange auflösen.

Die Kanadier bestellten, als gäbe es keinen Morgen

In Ontario, Kanadas bevölkerungsreichster Provinz, wurden in den ersten Stunden nach der Legalisierung am vergangenen Mittwoch ganze 38.000 Bestellungen aufgegeben. Wie die Regierung der Provinz Quebec anschließend laut „AFP“ erklärte, gehe dieser Umfang weit über das Erwartete hinaus.

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Kanada ist weltweit der zweite Staat, der Cannabis legalisiert

Was Kanada im Jahr 2018 umsetzte, machte Uruguay schon vier Jahre früher vor. 2014 nahm der südamerikanische Staat den Anbau und Verkauf selbst in die Hand. In den Niederlanden ist der Anbau und Verkauf hingegen nur zum Teil toleriert.

Quelle: Noizz.de