Jeff Bezos, Amazon-CEO und reichster Mensch der Welt, spendet seine erste Milliarde für Umweltschutz und den Kampf gegen den Klimawandel. Damit kommt er langjährigen Forderungen und Kritiken nach, die vor allem auf der Umweltzerstörung durch Warenversandhaus Amazon beruhen.

Jeff Bezos hat so dumm viel Geld, das es wehtut. 183,6 Milliarden US-Dollar, also über 150 Milliarden Euro, besitzt er, der mit Abstand reichste Mensch der Welt, der mit der Gründung vom Warenversandhaus Amazon die ganz große Bag nach Hause holt und sogar der erste antizipierte Billionär der Welt sein soll – Billionär, dieses Wort wird heute von der Autokorrektur noch rot unterstrichen.

Seit Jahren steht Bezos immer wieder öffentlich in der Kritik. Meist, weil Amazon so katastrophal für die Umwelt und seine Mitarbeiter*innen ist, und er nicht den Hauch eines Anscheins macht, das irgendwie ändern zu wollen oder Verantwortung dafür zu übernehmen.

Und dann – vor allem in Krisenzeiten – auch, wenn es darum geht, was er mit seiner unermesslichen Geldquelle anstellt beziehungsweise eben nicht anstellt. Denn während sich Kollege und Vorzeige-Reicher Bill Gates als Philanthrop und Humanist einsetzt, macht Jeff Bezos: nichts. Fühlt sich jedenfalls so an, denn öffentlichkeitswirksam ist der Unternehmer bislang nicht wirklich für den Schutz der Welt in Erscheinung getreten.

Jeff Bezos spendet erste Milliarde für Umweltschutz – und gibt Statement auf Instagram

Mit seiner neuen ersten Spende scheint sich das zu ändern. Knapp eine Milliarde US-Dollar hat Bezos nun lockergemacht, um insgesamt 16 Umweltschutzorganisationen bei ihrer Arbeit, die Welt zu retten, zu unterstützen. In einem ausführlichen Instagram-Statement erklärt er seine Pläne.

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Instagram
Um mit Inhalten aus Instagram und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

"Ich habe meine vergangenen Monate damit verbracht, von einer Gruppe unglaublich smarter Menschen zu lernen, die es sich zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben, den Klimawandel und seinen Einfluss auf die Menschen zu bekämpfen", eröffnet Bezos und gibt gleichzeitig Einblick, womit er seine Quarantäne-Zeit verbracht hat: mit Umweltschutz.

"Sie inspirieren mich mit ihrer Arbeit, und ich unterstütze sie von Herzen gerne dabei, zu wachsen. Es ist mir eine Ehre, heute die ersten 16 Organisationen vorzustellen, die als Teil von 'Bezos Earth Fund' an innovativen, ambitionierten und problemlösungsorientierten Lösungen arbeiten werden. Die ersten 791 Millionen Dollar, die ich dafür nun hergebe, sind nur der Anfang meines Einsatzes von insgesamt zehn Milliarden US-Dollar, mit denen ich Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen, NGOs und andere unterstützen werden. Wir alle können die Erde schützen, in dem wir jetzt mutig in Aktion treten", sichert er eine immense Geldspritze in den Umweltschutz und die Arbeit von Profis zu.

Umweltzerstörung vs. richtig viel Geld: Wer gewinnt?

Was geht mit zehn Milliarden Dollar? Wir werden sehen. Klingt erst mal nach einer ganz schönen Hausnummer.

Mit seiner Stiftung "Bezos Day One Fund" unterstützt Bezos außerdem obdachlose Familien in den USA und verhilft ihnen mit Geldspenden zu eigenen vier Wänden, bislang mit knapp 100 Millionen US-Dollar.

Vielleicht ist Bezos doch nicht so geizig und egozentrisch, wie ihn die Öffentlichkeit wahrnimmt und darstellt? Oder ist es eher das schlechte Gewissen und die Kenntnis der Zahlen, was er mit Amazon für eine Umweltzerstörung betreibt, die ihn dazu bringen, ein wenig Spielgeld in Karma und ruhige Nächte zu stecken?

  • Quelle:
  • NOIZZ.de