Dieses Volk gräbt jedes Jahr die toten Verwandten wieder aus

Robin Kittelmann

Politik, Gesellschaft, Motor
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Ein Spaziergang durchs Dorf mit den Verstorbenen Foto: design_graph07 / Instagram

Das Ritual Ma`Nene ist Jarhunderte alt.

Es ist skurril und gruselig, was sich jährlich in den Dörfern der Toraja abspielt, einem Volk, das auf dem Hochland Tanah Toraja auf der Insel Sulawesi lebt.

Die Toraja glauben, dass die Seele den Körper nach seinem Tod verlässt – aber in der Nähe es Leichnams bleibt. Die Toten werden im Familienhaus aufgebahrt und dort teilweise über Jahre wie ein schlafendes Familienmitglied behandelt. Je länger bis zur Beerdigung gewartet wird, desto größer fällt in der Regel auch die Beerdigung aus, zu der mehrere hundert Gäste anreisen können.

Aber selbst dann, wenn die Leichen nach Jahren endlich ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, werden sie einmal pro Jahr für jeweils drei Tage wieder ans Tageslicht geholt.

Das sogenannte Ma`Nene Ritual findet immer im August statt. Die bizarre Tradition begann bereits vor einigen Jahrhunderten. Ein Jäger stieß auf verfallene Leiche, zog ihr sein Hemd an und kümerte sich um sein Begräbnis. Der Jäger glaubte, durch das Begräbnis mit viel Glück gesegnet zu sein. Dasselbe erhoffen sich seitdem auch die Toraja.

Nachdem die eigenen Verwandten aus ihren Gräbern geholt wurden, werden sie zum Trocknen hingelegt. Danach bekommen sie festliche Kleidung verpasst und ihre Haare werden gekämmt.

Anschließend findet eine Prozession durch das ganze Dorf statt, mit den Toten natürlich. Es werden viele glückliche Fotos geschossen, Trauer ist kaum zu sehen. Die Menschen sind froh, mit ihren Verwandten wieder vereint zu sein und hoffen auf eine gute Ernte.

Quelle: Noizz.de

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