Die beiden Kandidaten hatten zuvor exakt dieselbe Anzahl an Stimmen erzielt.

Der neue Bürgermeister des kleinen thüringischen Ortes Kühndorf verdankt seinen Posten nicht nur Wählerstimmen, sondern auch einer Portion Glück. Die Entscheidung zwischen den parteilosen Kandidaten Tobias Gebel und Steffen Lieding musste per Los getroffen werden, nachdem beide bei der Wahl am Sonntag je 244 Stimmen erhalten hatten. Lieding zog den Kürzeren und Gebel wurde vom Gemeindewahlausschuss zum neuen Bürgermeister des Ortes mit knapp 1000 Einwohnern ernannt.

Notwendig geworden war die Wahl, weil Gebels Vorgänger Thomas König Urkunden von sogenannten Reichsbürgern unterschrieben hatte und daraufhin vom Gemeinderat zum Rücktritt aufgefordert worden war.

Es war nicht das erste derartige Verfahren in Thüringen: Bereits 2006 hatten die Wähler in Bad Berka (Kreis Weimarer Land) für ein Unentschieden gesorgt. Auch damals entschied das Losglück.

Dabei handelte es sich keinesfalls um eine spontane Aktion. Eine Auslosung war bei beiden Wahlen als Lösungsverfahren im Falle einer Stimmengleichheit ausgemacht. In anderen Ländern gewinnt in diesem Falle der Amtsinhaber oder es gibt einen zweiten Wahlgang.

[mit dpa]

Quelle: Noizz.de