Ist das etwa dieser „Kollegah 2.0“?

Am heutigen Freitag hat Kollegah seine neue Single „Dear Lord” veröffentlicht. Es ist der erste Track seines angekündigten Albums „Monument”, das am 7. Dezember 2018 erscheinen soll.

In dem Video zur Ankündigung spricht er von „einem neuen Kapitel” und „Kollegah 2.0”.

Der neue Kollegah scheint jedenfalls etwas vernünftiger zu sein als der Alte.

Beim Echo-Musikpreis hatte der Rapper zusammen mit Kollege Farid Bang eine Antisemitismus-Debatte angestachelt.

Sie wurden nämlich trotz geschmacklosen Zeilen wie „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ und „Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow“ von der Jury für ihr Album „Jung, Brutal, Gutaussehend 3” ausgezeichnet – in der Kategorie Hip-Hop/ Urban National.

Sie selbst haben ihre eigene Trophäe zerstört. Der Echo wurde nach einem Aufschrei über die Auszeichnung für jene antisemitischen Zeilen abgeschafft.

Die Kritik konnte Kollegah 1.0 jedenfalls nicht verstehen. Doch Kollegah 2.0 scheint jetzt noch einmal seine Zeilen überdacht zu haben. Der Grund: Er und Farid Bang hatten im Sommer auf Einladung des internationalen Komitees der Gedenkstätte das ehemalige Konzentrationslager in Auschwitz besucht.

Der Düsseldorfer erzählt in einem Interview mit dem „Stern“ jetzt, dass der Besuch für ihn eine „aufwühlende, klärende Erfahrung” gewesen sei. Er hatte sich bereits für seine Zeilen entschuldigt – aber erst mit dem Besuch in Auschwitz folgte die wahre Einsicht.

Kollegah 2.0: Der weise Mann, der jetzt zu Gott betet, Bücher schreibt und seine Zeilen überdenkt? Fehlanzeige.

In seinem neuen Song „Dear Lord” thematisiert er die Echo-Debatte, aber eine ehrliche Entschuldigung bleibt aus. Stattdessen wird wieder er selbst gelobt und geprotzt. Kollegah ist und bleibt der Alte. Der Goldketten-Proll.

Quelle: Noizz.de