Schon 2017 geisterte mit der "Blue Whale Challenge" oder mit Momo ein ähnlicher Trend durchs Netz: Via Link werden Jugendliche aufgefordert, Aufgaben zu erfüllen. An deren Ende steht Selbstmord.

Also mit der heilen Welt von Disney hat das alles jetzt aber wenig zu tun! Aktuell geistert ein Horror-Goofy durchs Netz, der meist Kinder und Jugendliche zu mitunter bestialischen Challenges auffordert. Die Goofy-Fratze als Profilbild trägt immer den Namen Jonathan Galindo (gerne in unterschiedlichen Ausführungen mit Zahlen und Satzzeichen versehen) und ist auf unterschiedlichen Sozialen Medien zu finden, etwa TikTok, Instagram und WhatsApp.

>> TikTok löscht Videos von grausamer "Kulikitaka-Challenge"

Die erste Kontaktanfrage sieht meist ungefähr so aus, dass nach der Freundschaftsanfrage der/die User*in gefragt wird, ob sie ein Spiel spielen möchte. Bei Zustimmung wird ein Link gesendet, oder direkt die 50 Aufgaben, die Teil des Spiels sind. Diese bestehen dann aus Selbstverstümmelung, Anschauen von Horrorvideos, aufs Dach steigen oder mit niemandem reden. Den Höhepunkt der Challenge markiert dann der Suizid: Die Teilnehmer*innen werden aufgefordert von einem Hochhaus zu springen. Wenn sich die Teilnehmer*in weigert, wird durch Drohungen Druck ausgeübt.

Jonathan Galindo fordert bei seiner Challenge zum Selbstmord auf.

Jonathan Galindo erinnert sehr an die "Blue Whale Challenge"

2017 gab es einen sehr ähnlichen Fall: Die "Blue Whale Challenge" versetze alle in Angst und Schrecken. Auch hier wurden vornehmlich sehr junge User*innen kontaktiert, die bei einer Challenge mitmachen sollten. Die Aufgaben waren ungefähr dieselben. Ein Selbstmord in Russland markierte damals den Anfang des Ganzen.

In Wirklichkeit ist „Momo“ eine Skulptur eines japanischen Fabelwesens – und wird als Hoax missbraucht.

Genauso geschehen bei der Momo-Challenge: Auch hier wurde eine gruselige Fratze Symbol für Kettenbriefe, die ebenfalls Aufgaben an die User*innen stellte. Am Ende wurde auch hier der Selbstmord der Jugendlichen eingefordert. Angeblich sollen sich 2018 zwei zwölfjährige Mädchen und ein 16-jähriger Junge unabhängig voneinander in Indien, Argentinien und Kolumbien umgebracht haben – wegen Momo.

>> WhatsApp-Horror Momo bekommt einen eigenen Film!

Horror-Goofy: Was steckt dahinter?

Offenbar handelt es sich hierbei um einen viralen Trend, der einige Trittbrettfahrer am Start hat, die sich – ob aus krankem Spaß oder aus Langeweile – zahlreiche Jonathan Galindo Profile anlegen. Nicht alle von ihnen sind gefährlich oder kontaktieren einen.

Die Goofy-Fratze selbst geht auf einen Maskenbildner zurück, der auf Twitter unter dem Namen Dusky Sam zu finden ist. Er postete ein Statement zu der unheimlichen Internet-Figur: "Dieser Jonathan Galindo-Wahnsinn scheint sehr viele junge, beeinflussbare Menschen zu terrorisieren. Die Fotos und Videos (der Figur, Anm. d. Red.) stammen von 2012-2013. Sie waren damals zu meiner eigenen seltsamen Belustigung gedacht, nicht dazu, Menschen zu erschrecken und zu schikanieren."

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Twitter
Um mit Inhalten aus Twitter und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Angeblich soll es für den sogenannten Jonathan Galindo möglich sein, die User*innen zu tracken und ihren Standort ausfindig zu machen, sobald sie auf den geschickten Link tippen. Klar kann man sich jetzt fragen: Wer zur Hölle macht da schon mit? Allerdings sind Erwachsene deutlich reflektierter, als das sie sich wegen eines schief gestalteten Goofy direkt aufmachen, um sich die Arme zu ritzen oder auf einem Häuserdach abzuhängen.

Allerdings sind Kids ab zehn Jahren noch recht anfällig auf so einen Quatsch: Erstens überwiegt oft reine Neugierde, die Faszination am Mysteriösen und danach ziemlich viel Irrglaube und schlichte Angst. Es lohnt sich also, öfter mal zu fragen, was die Geschwister oder eigenen Kinder da so am Handy treiben. Spätestens, wenn sie plötzlich Hochhäuser faszinierend finden oder nicht mehr mit einem sprechen.

Wenn du selbst depressiv bist, Suizid-Gedanken hast, kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhältst du Hilfe von Berater*innen, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

  • Quelle:
  • Noizz.de