Warum der #TransDayOfRemembrance so wichtig ist.

3.000 Trans-Menschen wurden seit 2008 ermordet. Dunkelziffer. Eine Zahl, die so abstrakt hoch ist – schließlich sprechen wir hier „nur“ von den Hassverbrechen allein in den 2000ern – dass man beinahe die Gesichter und Schicksale dahinter verdrängen könnte.

Deshalb ist der internationale Gedenktag, „Trans Day of Rememberance“, der an die Opfer transfeindlicher Gewalt, Hass und Diskriminierung erinnert, auch so wichtig.

Geht dich nichts an, weil du nicht trans bist und dich nicht als Teil der LGBTQ-Community identifizierst? Na ja, aber Hassverbrechen und Gewalt gehen gar nicht, niemals.

Sogar in Berlin, die deutsche Hauptstadt, Spitzname „Regenbogenhauptstadt“, die als tolerant, weltoffen und Sex-positiv gilt, hat ein Problem mit Transphobie, wie eine erschreckend aktuelle Studie der Berliner Polizei zeigt:

Allein in den ersten drei Quartalen 2018 haben die Beamten 105 Straftaten registriert, deren Auslöser auf die sexuelle Orientierung der Opfer zurückzuführen sind.

Und: 30 Gewaltdelikte gegen Homo- und Transsexuelle sind bislang strafrechtlich erfasst worden, die Mehrheit der Angriffe ereignete sich in der Innenstadt: Berlin-Mitte mit 27 Straftaten, Friedrichshain-Kreuzberg mit 21 und Neukölln mit 18 Delikten.

Die Dunkelziffer und die „Erfassungsrückstände“ lägen hier laut Polizei wieder wesentlich höher. Das beweist auch eine Erhebung von Maneo, einem lokalen Anti-Gewalt-Projekt.

Dort wurden im vergleichbaren Zeitraum sogar 324 Angriffe und Beleidigungen gegen Schwule, aber auch gegen lesbische Frauen und Transsexuelle in Berlin gemeldet.

Ein konkretes Beispiel, das zeigt, wie gefährlich ein Leben als Trans-Mensch noch immer ist: Anfang Mai hatte ein mutmaßlicher Täter auf der Sonnenallee eine 53-jährige Transfrau verprügelt, ihr gegen den Kehlkopf getreten.

Der 20. Gedenktag erinnert an aktuelle Schandtaten wie diesen Übergriff, aber auch an jene Opfer, die niemals Gerechtigkeit erfahren haben. Trauriges Beispiel: Transfrau Rita Hester, die am 28. November 1998 in ihrer eigenen Wohnung im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts erstochen wurde.

Damals gab es kaum Berichterstattung. Der Mord ist bis heute noch nicht aufgeklärt.

Quelle: Noizz.de