Aber das ist nicht das einzige Problem des Mode-Riesen ...

H&M galt lange als beliebteste Modekette überhaupt, doch der Textilgigant hat bereits seit Monaten mit Problemen zu kämpfen. Die Aktienkurse befinden sich im Sinkflug, die Verkaufszahlen liegen weit hinter den Erwartungen.

Die Probleme sitzen tief: Erst der Rassismus-Skandal um die missglückte „Coolster Affe im Dschungel“-Werbung (NOIZZ berichtete), dann der Vorwurf von Greenpeace, der Konzern verbrenne massenhaft fehlerhafte Kleidung, deren Fehler man ausbessern könnte.

Den Image-Schaden hätte die schwedische Modekette vielleicht verkraften können, wenn nicht immer weniger Kunden in die Läden kommen würden. Im Schlussquartal des letzten Jahres ging der Umsatz erstmals in der Unternehmensgeschichte zurück. Auch der Online-Shop kann das nicht ausgleichen.

H&M-Chef Karl-Johan Persson erklärte, man habe „auch eine ganze Reihe Fehler bei H&M gemacht, die die Läden betreffen und den Verkauf negativ beeinflusst haben.“ Das Sortiment sei nicht optimal gewesen.

Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Handelsberatung ist zudem der Meinung, der Modegigant habe seine Wachstumsgrenze erreicht. Konkurrenten wie Primark, TK Maxx oder Inditex-Marken wie Zara, könnten dagegen noch wachsen. „Jeder Cent, den Primark und Zara mehr verdienen, geht zulasten von anderer Anbieter“, so Stumpf. Durch die vielen Filialen mache sich H&M selbst Konkurrenz.

Der Konzern kündigte deshalb an, 170 Filialen in Europa zu schließen und weniger neue zu eröffnen. Außerdem wolle die Modekette unter dem Titel „Afound“ eine Art Outlet gründen, in dem Kunden künftig reduzierte Kleidung von H&M-Labels und anderen Marken online und in ausgewählten schwedischen Shops kaufen können.

Ab März sollen die Produkte dann auch über die Online-Handelsplattform Tmall angeboten werden, um mit großen Online-Händlern wie Amazon, Zalando und Asos mithalten zu können.

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de