In München geht der Prozess um einen grausigen Missbrauchs-Fall in die nächste Runde. Klar ist bisher: Der Täter war in seiner Jugend selbst Missbrauchsopfer – und zwar in einem früheren katholischen Jugenddorf.

Vor dem Landgericht München geht an diesem Mittwoch morgen der Prozess wegen hundertfachen sexuellen Missbrauchs gegen einen Mann weiter, der sich über Jahre massiv an seinen Stiefenkeln und deren Freunden vergangen haben soll.

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Nach Angaben seiner Verteidigerin, der Anwältin Anja Kollmann, sollen an diesem Prozesstag Familienmitglieder als Zeugen gehört werden. Der Angeklagte hat die Vorwürfe weitgehend eingeräumt – und mit seiner Aussage Ermittlungen gegen einen ehemaligen Erzieher und einen Geistlichen ins Rollen gebracht.

Der Missbrauchs-Fall zieht seine Kreise bis zur katholischen Kirche

Er gab an, in seiner Jugend in dem früheren katholischen Jugenddorf Piusheim in Baiern im Landkreis Ebersberg massiv sexuell missbraucht worden zu sein. Er sprach von "Sexpartys" und Prostitution. Inzwischen hat sich der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, in den Fall eingeschaltet und den Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx aufgefordert, die Vorwürfe von einer unabhängigen Kommission aufklären zu lassen. Bei der Opferorganisation "Eckiger Tisch" haben sich nach Angaben ihres Sprechers Matthias Katsch inzwischen zehn weitere mutmaßliche Betroffene und drei Zeugen gemeldet.

[zusammen mit: dpa]

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Quelle: Noizz.de