Singen wir bald „couragiert mit Herz und Hand“ und „für das deutsche Heimatland“?

Es war der Aufreger des Wochenendes: Laut einem Bericht der BILD am Sonntag fordert die Gleichstellungsbeauftragte des Bundes, Kristin Rose-Möhring, eine Änderung der deutschen Nationalhymne. Der Grund: Der Text soll geschlechtergerecht umgeschrieben werden.

Aus „Vaterland“ solle „Heimatland“ werden, aus der Zeile „brüderlich mit Herz und Hand“ stattdessen „couragiert mit Herz und Hand“. Das schrieb Rose-Möhring in einem Rundbrief an alle Mitarbeiter des SPD-geführten Familienministeriums.

Warum gendern wir nicht unsere Nationalhymne, das Deutschlandlied?“, zitiert die Zeitung aus dem per Hauspost verschickten Brief. „Täte gar nicht weh, oder? Und passt zudem auch zum neuen Bundesministerium des Innern und für Bau und Heimat“, argumentiert Rose-Möhring in Anspielung an Horst Seehofers Forderung nach einem Heimatressort.

Der Streit um eine mögliche Änderung der Hymne entbrannte schnell im Netz – doch Deutschland wäre nicht das erste Land, dass seine Hymne mit Blick auf die Geschlechtergerechtigkeit ändert. Das Beispiel Kanadas ist noch frisch; hier soll die Passage „Erwecke Vaterlandsliebe in all deinen Söhnen“ in „in uns alle“ geändert werden (NOIZZ berichtete).

Unsere direkten Nachbarn aus Österreich haben ihre Hymne schon 2011 nach langem Streit umgeschrieben. Aus dem Textstück „Heimat bist Du großer Söhne“ wurde kurzerhand „Heimat großer Töchter, Söhne“. Doch bis heute hat sich das Land mit dem neuen Text nicht abgefunden: Schlagermusiker Andreas Gabalier sagt beispielsweise auch Jahre später noch die alte Version der Hymne – in aller Öffentlichkeit.

Quelle: Noizz.de