Verboten wird, was verräterisch sein könnte.

Im Juli 2014 war Mikhail Chugonov stolz. Der russische Soldat hatte gerade eine sogenannte GRAD-Rakete in die Ukraine gebracht – ein Raketenwerfsystem, das die pro-russischen Rebellen in der Ukraine unterstützen sollte.

Russland hatte die Krim vier Monate zuvor annektiert, also eingenommen und für „ihres“ erklärt. Danach nahmen die Russen große Teile der Städte Donetsk und Luhansk ein – hauptsächlich russisch-sprachige Gebiete in der Ostukraine.

Doch zurück zu Mikhail Chugonov. Er war also so stolz auf seine Waffenlieferung in die Ukraine, dass er wohl vergaß, dass er sie lieber geheim halten sollte. Chugonov postete dann dieses Bild hier, auf dem zu sehen ist, wie die Truppe die Waffen in die Ukraine transportiert.

Die Russen hatten zuvor immer bestritten, dass sie Waffen oder Truppen in die Ukraine geschickt hätten. Sie sprachen immer nur von ein paar „Freiwilligen“, die angeblich die Rebellen unterstützten.

Dumm nur, dass BBC-Journalistin Myroslava Petsa den Post des Soldaten entdeckte, auf ihrem Twitter-Account veröffentlichte – und somit zeigte: Putin lügt. Der Präsident dürfte vor Wut über so viel Doofheit seiner Soldaten getobt haben.

Und Mikhail Chugonov war nicht der einzige russische Soldat, der in den letzten Jahren unvorsichtige Posts absetzte. Jetzt soll Schluss sein mit solchen „Sicherheitslücken“: In Russland arbeitet man an einem Gesetzentwurf, der es Soldaten und anderen Militärs verbietet, auf Social Media zu posten.

Verboten ist, was potenziell verräterisch sein könnte: Fotos, Videos, und andere Uploads könnten Militärstrategien oder sogar den Standort der Soldaten enthüllen. Das soll aufhören.

Das Gesetz gilt allerdings erst einmal nur für fest angestellte Soldaten – nicht für eingezogene Wehrpflichtige. Wie auch immer: Den eigenen Bürgern Social Media-Posts zu verbieten, ist ein weiterer Schritt Russlands in Richtung eines autoritären Kontrollstaats.

Quelle: BBC