J. Alexander Kueng ist einer der Polizisten, die neben dem Polizisten Derek Chauvin standen, als der George Floyd umbrachte. Er ist angeklagt wegen Beihilfe zum Mord, doch nun auf Kaution frei – und wurde direkt gesichtet.

Am 25. Mai 2020 kniete sich der Polizist Derek Chauvin für acht Minuten und 46 Sekunden auf George Floyds Hals und tötete ihn damit. Daneben standen drei weitere Polizisten, die nichts taten: Tou Thao, Thomas Lane und J. Alexander Kueng. Das Ereignis löste eine der größten Bürgerrechtsbewegungen des 21. Jahrhunderts aus.

Die vier Polizisten müssen sich alle vor Gericht verantworten und wurden von ihrem Amt entlassen. Bis auf Chauvin befinden sich trotzdem alle auf freiem Fuß – da ihre Kaution von 750.000 Dollar bezahlt wurde. Einen Tag nach der Entlassung wurde der 26-jährige Kueng mit einem Freund im Supermarkt gesichtet – und direkt von einer Frau konfrontiert.

Proteste nach dem Tod George Floyds gehen weiter.

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Die Frau filmte das Aufeinandertreffen

Auf Twitter postete der Bruder der Frau jetzt das Video. Kueng bestätigt zu Beginn seine Identität, woraufhin die Frau ihn fragt, ob er wirklich gerade aus dem Gefängnis gekommen war und nun gemütlich in diesem Supermarkt einkaufen würde. Kueng erwidert, dass es kein "gemütlicher Einkauf" wäre, aber dass er ein paar Notwendigkeiten besorgen müsse. In der Hand hält er eine Packung Oreos.

Der filmenden Frau scheint diese Antwort nicht zu reichen. Sie erwidert, Kueng hätte nicht das Recht, frei zu sein. Kuengs Reaktion: "Es tut mir leid, dass du dich so fühlst." Anschließend beginnt die Frau einen Monolog darüber, dass er nicht in einem Supermarkt herumspazieren dürfe, sondern ins Gefängnis gehöre. Als Kueng darum bittet, einfach mit seinen Einkäufen gehen zu dürfen, versucht sie, seine Identität vor anderen Einkäufern zu entblößen.

Während des gesamten Aufeinandertreffens bleibt Kueng ruhig, fast stumm, und sagt wenig. Die Frau begleitet ihn bis zu Kasse, bis er geht.

Die Konfrontation geht viral

Das Video wurde schon über drei Millionen Mal auf Twitter angeschaut. Die Kommentare sind gespalten. Viele sind der Meinung, die Frau hätte mit ihren Sticheleien übertrieben, und dass dieser Mensch, nachdem er seine Kaution gezahlt habe, das Recht hätte, einzukaufen.

Wieder andere loben die Frau für ihren Mut und ihr Engagement.

Es gibt auch Kritik für das Video an sich. Eine Twitter-Userin argumentiert, dass das ruhige Verhalten, welches Kueng an den Tag legt, und das aufgehetzte Verhalten der Frau nur Unterstützern der Polizei mehr Rückenwind geben würde.

J. Alexander Kueng wurde angeklagt mit Beihilfe zum Mord und Totschlag. Der Prozess steht noch aus.

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Quelle: Noizz.de