Sie erwarten ihn sehnsüchtig und rufen: „Welcome to Russia!“

Temperaturen rund um den Gefrierpunkt haben die fünf jungen Frauen von dieser Aktion nicht abgehalten. Komplett nackt und mit Plakaten in der Hand stellten sie sich vor die US-Botschaft in Moskau, um ihre Unterstützung für Harvey Weinstein zu zeigen.

Der Hollywood-Produzent soll jahrelang Schauspielerinnen und Models belästigt und sogar vergewaltigt haben. Die Russinnen halten dies offenbar für eine Schmutzkampagne und verteidigen Weinstein.

In dem Video, das der russische Sender REN-TV am 1. November veröffentlichte, erklärte eine der Frauen: „Wir sind hierhergekommen, um den Produzenten zu unterstützen, der Mädels Sex angeboten hatte. Sex – das ist richtig; Sex – das ist klasse!“ Eine andere Frau sagt: „Er tat dies ohne Gewalt, er zwang sie nicht.“

Weinstein selbst bestreitet, Frauen zum Sex gezwungen zu haben. Daraufhin startete „Charmed“-Schauspielerin Alyssa Milano die Initiative „Me too“. Die Idee hinter diesem Hashtag war es zu zeigen, wie alltäglich sexuelle Belästigung ist und wie viele Frauen tatsächlich betroffen sind (NOIZZ berichtete).

Auch das ist den fünf Frauen ein Dorn im Auge. Sie bieten dem „Verfolgten“ sogar Asyl in Russland: „Es ist schrecklich, dass Frauen auf der ganzen Welt versuchen, ihm etwas anzuhängen. Er machte alles richtig und gut. Wir laden ihn ein, nach Russland zu kommen. Welcome to Russia, Harvey Weinstein!

Dass der regierungstreue Sender zufällig mit einer Kamera vor Ort war und dieser Aktion einen ganzen Beitrag widmet, spricht für eine Inszenierung. Immer wieder schüren kremltreue Medien Hass und Vorurteile gegen die aus ihrer Sicht zu liberalen westlichen Gesellschaften.

Für die Russinnen gehört zum „traditonellen Familienbild“ offenbar die eigene Unterwürfigkeit: „Wenn ein Mann einer Frau Sex anbietet, ist das großartig. Das bedeutet, er findet sie schön und sexy,“ ruft eine der Frauen.

Am Ende des Videos sieht man, wie zwei von ihnen von einem Beamten zum Polizeiauto geführt werden.

Quelle: Lenta.ru