Stephen Paddock hat 58 Menschen getötet.

Er erschoss am Sonntagabend mindestens 58 Besucher eines Countrymusik-Konzerts in Las Vegas und verletzte mehr als 500 weitere Menschen. Laut Ermittlungen handelt es sich bei dem Täter um den 64-jährigen, pensionierten Buchhalter Stephen Craig Paddock. Was wir über ihn und sein Vorgehen wissen:

Paddock wohnte in Mesquite, einem kleinen Ort 130 Kilometer nordöstlich von Las Vegas. Er hatte keine einzige Vorstrafe.

Sein vor einigen Jahren gestorbener Vater war ein Bankräuber und wurde zeitweise vom FBI auf der Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher geführt. Auf einem damaligen Fahndungsplakat wurde der Vater als gefährlicher „Psychopath“ beschrieben. Nach Darstellung von Eric Paddock hatten er und sein Bruder keinen Kontakt zu ihrem Vater.

Stephen Paddock (rechts) und sein Bruder Eric

In US-Medien schilderte ihn sein Bruder Eric als unauffälligen und wohlhabenden Mann ohne „politische oder religiöse Verbindungen“. Er hatte demnach einen Pilotenschein und eine Leidenschaft für Video-Poker, bei dem es um hohe Einsätze ging. Demnach war er kein „Waffennarr“.

Sein zweiter Bruder Patrick sagte laut New York Times über Stephen: „Er war derjenige in der Familie, der während unserer Kindheit am wenigsten zur Gewalt neigte.“

Stephen Paddock habe das College besucht und arbeitete von 1985 bis 1988 für einen Zulieferbetrieb des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin.

Der Rentner hatte schon Tage vor dem Blutbad ein Zimmer im 32. Stock des „Mandalay Bay“-Hotels in Las Vegas gemietet, von dem aus er auf die Konzertbesucher feuerte. Ermittler beschlagnahmten in der Suite 23 Schusswaffen.

Mehrere Medien veröffentlichten Fotos aus dem Inneren des Zimmers. Darauf zu sehen waren auf Ständer montierte Sturmgewehre mit Zielfernrohr, Magazine mit Munition und ein Tisch, auf dem offenbar eine handgeschriebene Notiz liegt.

Sheriff Joseph Lombardo bestätigte, dass der Attentäter mindestens eine seiner halbautomatischen Gewehre mit einem so genannten Bumb Stock in ein vollautomatisches Maschinengewehr umbaute - dadurch konnte der Schütze hunderte von Schüssen pro Minute abfeuern.

Laut Lombardo schoss Paddock durch die Tür seines Hotelzimmers und traf einen Hotel-Sicherheitsmann ins Bein. Als Elitepolizisten kurze Zeit später das Zimmer stürmten, lag Paddock tot auf dem Fußboden, offenbar hatte er sich selbst erschossen.

Die Polizei sperrte das Haus in Mesquite, in dem Paddock gewohnt haben soll, ab

Bei einer Razzia in Paddocks Privathaus in Mesquite, 130 Kilometer von Las Vegas entfernt, fanden Beamte weitere 19 Schusswaffen, tausende Schuss Munition, den Sprengstoff Tannerit sowie in seinem Auto Ammoniumnitrat, das zum Bombenbau verwendet wird.

Nach der Tat hatte die Dschihadistenmiliz IS die Verantwortung für das Massaker übernommen. Demzufolge sei Paddock zum Islam konvertiert und „Soldat des IS“ gewesen sein. Laut Polizei gab es dafür aber keinerlei Belege.

Die Ermittler erhoffen sich derzeit von der Freundin des Todesschützen Aufklärung über die Motive von Paddock. Die 62-jährige Marilou Danley war zur Tatzeit nicht in den USA. Australischen Medienberichten zufolge war sie mit Freundinnen im Urlaub auf den Philippinen.

Danley wurde am am Dienstagabend Ortszeit in Los Angeles und von Beamten der US-Bundespolizei FBI in Empfang genommen. Die philippinischen Ermittler gingen Berichten nach, wonach sie dort eine Überweisung in Höhe von 100.000 Dollar (rund 85.000 Euro) von Paddock erhalten habe.

Die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass es sich bei Paddock um einen Einzeltäter handelte. Sheriff Lombardo bezeichnete Paddock als „Psychopathen“ und „einsamen Wolf“.

US-Präsident Donald Trump kündigte für Mittwoch einen Besuch in Las Vegas an. Er sagte am Dienstag, der Schütze sei ein „sehr, sehr krankes Individuum“ gewesen und habe „viele Probleme“ gehabt.

  • Quelle:
  • Noizz.de