Das behauptet eine Studie in einem Gender-Fachjournals. Dabei ist sie ein Scherz.

James Lindsay hat der Wissenschaft einen Streich gespielt, um sie zu warnen. Wir kennen das: Jeden Tag kommt eine neue Studie raus, die etwas Bahnbrechendes herausgefunden haben will. Damit widerlegt sie eine ältere Studie und wird zwei Monate später von einer neuen Studie selbst widerlegt. Den Wortlaut der Untersuchungen verstehen nur Experten.

Lindsay bringt dieses Problem auf den Punkt – mit einer eigenen Studie. Ihr Titel: „Der konzeptuelle Penis als soziales Konstrukt“. Ihr Thema: Es gibt keine anatomischen Penisse, der Penis ist ein grundsätzliches, rein gedankliches Konzept der Männlichkeit. Und das sorgt für gesellschaftliche Probleme und ist für den Klimawandel verantwortlich.

Der Haken an der Sache: Die Studie ist ein Fake. Der noch größere Haken an der Sache: Das Fachjournal „Cogent Social Sciences“ hat die These geglaubt – und veröffentlicht. Für Lindsay ist das der Beweis, dass man nur hochtrabend einen scheinbar klugen Text mit vielen Fremdwörtern schreiben muss, dann wird einem alles abgenommen.

Vor allem die Gender Studies wären voll solcher Erhebungen, sagt Lindsay im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ): „Unser Eindruck war, dass in den Gender Studies oft überkomplizierte Wörter verwendet werden und eine starke moralische Voreingenommenheit besteht, die Männlichkeit oft als Wurzel allen Übels betrachtet.“ Dementsprechend leicht sei es gewesen, eine solche Studie unterzuschmuggeln.

Das Journal hat den Beitrag wieder von seiner Internetseite gelöscht und sich entschuldigt. Lindsay und sein Co-Autor Peter Boyle haben das Dokument aber gesichert und ihren Streich auf einer Skeptiker-Plattform nacherzählt. Schließlich solle die Satire darauf hinweisen, dass in der Wissenschaft etwas schieflaufe.

Lindsay beklagt, dass es Gender Studies oft an Skepsis fehle und Beweise, Fakten und Argumente weniger wichtig seien. „In den Gender Studies gibt es wichtige Themen, etwa den Zusammenhang von Geschlecht und Privilegien. Es gibt gute Wissenschaftler, die sich diesen Fragen unvoreingenommen widmen. Leider wird ihre Arbeit teils diskreditiert von radikalen Konstruktivisten und von politischen Aktivisten, die so tun, als betrieben sie Wissenschaft“, sagt er der FAZ.

Quelle: Noizz.de