„Tiangong 1“ ist groß wie ein Bus und wiegt 8,5 Tonnen.

Es könnte überall einschlagen: Das chinesische Raumlabor Tiangong 1 ist auf unkontrolliertem und unaufhaltsamem Weg zur Erde. Experten schätzen, dass der 8,5 Tonnen schwere „Himmelspalast“ zwischen Februar und April 2018 aufschlägt – ganz genau kann das niemand sagen.

Tiangong 1 war 2016 außer Kontrolle geraten und senkt sich seitdem auf niedrigere Umlaufbahnen, zuletzt kreiste es in 300 Kilometer Höhe. In den nächsten Monaten könnte der Koloss nun so weit abgebremst werden, dass er in den Sturzflug in Richtung Erde übergeht.

„Ein Großteil des Labors wird in der Atmosphäre verglühen, aber einige besonders große Bestandteile, etwa die Treibstofftanks, könnten auch die Erdoberfläche erreichen“, sagte der australische Raumfahrt-Fachmann Morris Jones.

Wo genau Teile einschlagen, sei zwar unmöglich vorherzusagen. „Das Risiko, dass Menschen oder Häuser getroffen werden, ist aber äußert gering.

Holger Krag, Leiter des Büros für Weltraumtrümmer der Europäischen Weltraumorganisation ESA, sagte gegenüber der „Welt“, dass sich die Prognose erst Anfang nächsten Jahres konkretisieren lasse. Dafür würde man international zusammenarbeiten.

Nicht zum ersten Mal geht Weltraumschrott auf Kollisionskurs mit der Erde. 1991 fiel die sowjetische Raumstation „Saljut 7“ auf Argentinien und war das bisher größte Teil, deren Bruchstücke auf das südamerikanische Land fielen. Zum Glück wurden damals keine Menschen getroffen!

Ein anderer Kontinent hatte da mehr Pech: Die USA scheiterte 1979 mit dem Plan, ihr ausrangiertes Forschungslabor „Skylab“ über Südafrika niedergehen zu lasen: Es stürzte über Australien ab.

China hatte Tiangong 1 im September 2011 ins All geschossen. Das Raumlabor führte in sechs Jahren im All zahlreiche Experimente durch. Seit vergangenem Jahr umkreist auch der Nachfolger Tiangong 2 die Erde – kontrolliert.

Die Labore dienen der Vorbereitung für den Bau und Betrieb einer eigenen chinesischen Raumstation, die um 2022 fertig werden soll. Daneben plant China in den kommenden Jahren gleich mehrere Ausflüge auf den Mond sowie eine Mission zum Mars.

Quelle: Noizz.de