Jeffrey Epsteins ehemalige Geliebte wurde Anfang Juli vom FBI festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Ihr wird Mittäterschaft mit dem verstorbenen Sexualstraftäter und Multimillionär nachgesagt. Im Prozess plädieren Ghislaine Maxwells Anwälte nun auf unschuldig – und verlangen eine Freilassung gegen Kaution.

Zwischen 1994 und 1997 soll Ghislaine Maxwell ihrem damaligen Geliebten Jeffrey Epstein dabei geholfen haben, systematisch minderjährige Mädchen zur Prostitution zu zwingen und zu vergewaltigen, teilweise soll sie am sexuellen Missbrauch selbst involviert gewesen sein. Am 2. Juli wurde die 58-Jährige in ihrem luxuriösen Anwesen in New Hampshire vom FBI festgenommen. Seit Epsteins Verhaftung 2019 war Maxwell abgetaucht und ihr Wohnort unbekannt. Das über 150 Hektar große Anwesen, in dem sie seither lebte, zahlte sie in bar – 3,75 Millionen US-Dollar.

Mit insgesamt sechs Anklagen des FBI sieht sich die Tochter aus gutem Hause konfrontiert, darunter Missbrauch Minderjähriger, Menschenhandel und Meineid. In der Netflix-Doku "Stinkreich" vom Mai 2020 sind etliche Opfer Epsteins zu hören, die auch Ghislaine Maxwell anklagen und behaupten, sie sei seine Komplizin und Mittäterin gewesen. Maxwell selbst streitet alles ab, plädiert auf unschuldig und will gegen eine Kaution von mehreren Millionen US-Dollar wieder freigelassen werden, wie die "New York Times" berichtet.

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Die zuständige Staatsanwältin Audrey Strauss bei der öffentlichen Anklage gegen Ghislaine Maxwell am 2. Juli 2020. Das Plakat "Die USA gegen Ghislaine Maxwell" enthält die Anklagen sowie eine Aufforderung an Bürger*innen der USA, sich an das FBI zu wenden, sollten sie Informationen besitzen oder sogar selbst ein Opfer von Maxwell und Epsteins Machenschaften gewesen sein.

Ghislaine Maxwell gegen die USA

Es bestehe "keine Fluchtgefahr", außerdem sei Ghislaine Maxwell "nicht Jeffrey Epstein", finden Maxwells Anwälte und forderten eine Woche nach ihrer Festnahme eine Freilassung gegen eine Kaution von fünf Millionen US-Dollar. Sie habe sich seit Epsteins Festnahme übrigens nicht vor den Behören versteckt, sondern vor den Medien und mit Epstein hatte sie seit über zehn Jahren keinen Kontakt.

Die Behörden sehen das bislang anders. Maxwell besitzt Staatsbürgerschaften für die USA, England und Frankreich sowie Konten mit um die 20 Millionen US-Dollar. Seit Epsteins Festnahme habe sie ihre E-Mail-Adressen und Telefonnummern stets geändert, einen Smartphone-Vertrag auf den Namen "G Max" abgeschlossen und sei über Monate nicht auffindbar gewesen.

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Maxwell hat ihren ersten Gerichtstermin am Dienstag, den 14. Juli. Dann wird sich entscheiden, ob sie gegen Kaution wieder frei kommt, oder ob sie hinter Gittern auf ihren Prozess warten muss. Die Anklagen beziehen sich aktuell nur auf den Zeitraum bis 1997, es könnten aber jederzeit weiteren hinzukommen. Sollte die Beweislage eindeutig sein, könnte Maxwell versuchen, ihren Kopf mit einem Plea-Deal aus der Schlinge zu ziehen. In diesem Fall würde sie mit dem FBI kooperieren und womöglich Aussagen gegen prominente Mittäter tun, die ebenfalls unter Verdacht stehen, bislang aber davon gekommen sind. Das wären zum Beispiel der britische Royal Prince Andrew, der ehemalige US-Präsident Bill Clinton oder der amtierende US-Präsident Donald Trump.

Quelle: Noizz.de