Die Polizei setzte Pfefferspray ein.

Das Bündnis „Ende Gelände“ hat einen Tag vor Beginn der Weltklimakonferenz ein Zeichen für Kohleausstieg gesetzt: Nach einer Demo sind Aktivisten sind in den rheinischen Tagebau Hambach eingedrungen.

Der Tag begann mit einer Demonstration gegen die weitere Verstromung der Braunkohle.

Das Bündnis „Ende Gelände“ kündigte Blockaden des Tagebaus Hambach an Foto: Henning Kaiser / dpa

Kurz nach Beginn der Demo mit mehreren Tausenden Teilnehmern löste sich eine Gruppe vom Demonstrationszug ab und machte sich auf den Weg in Richtung Tagebau. Weitere Menschen folgten ihnen nach Ende der Demo.

Mit einer Blockade des Tagebaus wollten die Braunkohlegegner dem Protest mehr Ausdruckskraft verleihen. „Kohlegruben mit Protest fluten statt Inseln versenken!“ heißt es auf der Website des Bündnisses.

Damit ist das Ansteigen des Meeresgipfels gemeint, das die Inseln Fidschi, Tuvalu und Kiribati versinken lässt und für Klimaflüchtlinge sorgt. Die Verstromung von Braunkohle gilt als mit Abstand klimaschädlichste Form der Stromgewinnung und als wesentlich mitverantwortlich für ein mögliches Verfehlen der deutschen Klimaziele und für die Klimaveränderungen. Dafür musste jetzt der Tagebau Hambach bei dieser Blockade-Aktion herhalten.

RWE, der Betreiber des Tagebaus, warnte Aktivisten vor dem Betreten des Tagebaus. In Videos wies er auf die Lebensgefahr hin, die durch ein mögliches Abrutschen der Böschungskanten besteht, oder durch Stromschläge.

Die Polizei warnte die Aktivisten, das ein Betreten des Tagebaus eine Straftat darstellt.

Die Aktivisten teilten sich in „Finger“ auf, also verschiedene Kleingruppen, die unabhängig voneinander versuchten auf das Gelände des Tagebaus einzudringen. Schließlich meldete das Bündnis: Alle Finger sind in der Grube.

Eine Aufnahme von erhöhter Position zeigt das Gewusel und vor allem, wie schwierig es für die Polizei ist, die Kohlegegner zu stoppen.

Am Ende ging alles ganz schnell.

Am Grubengrund vor dem Braunkohlebagger standen sich schließlich Aktivisten und Polizei gegenüber.

Die Polizei twitterte, dass es beim Eindringen in den Tagebau Widerstand gegen Beamte und Körperverletzungen gegeben habe. Eine Person wurde festgenommen.

Die Polizei setzte Pfefferspray ein.

Ini einer Pressemitteilung sprach das Bündnis von einer „erfolgreichen Blockade der Kohleinfrastruktur“.

Am Nachmittag umstellte die Polizei die Blockierer und zog weitere Kräfte in der Kohlegrube zusammen, meldeten Journalisten der „infozentrale“.

Update 16:37 Uhr: Die Beamten umkesselten die Aktivisten in der Grube und setzte Fotos nach zu Urteilen erneut Pfefferspray ein – die Polizei kündigte eine Prüfung an. Ein Pferd geriet beim Einsatz außer Kontrolle und verletzte eine Frau.

Anschließend bot die Polizei den Aktivisten freies Geleit nach draußen. In Behördendeutsch twitterte die Polizei, sie habe „260 auf Baggerrampe festgesetzte Personen wurden kommunikativ zum freiwilligen Verlassen der Grube bewegt“.

Quelle: Noizz.de