Ein wichtiger Schritt zur Anerkennung der Menschen, die sich weder als männlich noch weiblich sehen.

Ihr Leben lang führen sie einen harten Kampf mit der Selbstbestimmung.

Denn: Wenn du dir nicht sicher bist, welchem Geschlecht du dich zugehörig fühlst, wirst du häufig bereits im Kindergartenalter nicht verstanden und ausgeschlossen. Dieses Gefühl zieht sich schnell durch dein ganzes Leben.

Irgendwann kommst du in ein Alter, in dem du Ausweise und andere amtliche Dokumente bekommst. Unter anderem wirst du dort angeben müssen, welches Geschlecht du hast. Das stellt für einige Menschen ein großes Problem dar.

Der US-Bundestaat Oregon ist Pionier

Nun hat die offizielle Zulassungs- und Führerscheinbehörde DMV in Orgeon einstimmig beschlossen, anstatt der herkömmlichen Kennzeichnungen für weiblich und männlich, nun auch ein „X“ für Transgender einzuführen. Zuvor hatte Jamie Shupe vor Gericht erkämpft, sein Geschlecht auf „nicht binär“ zu ändern – Jamie ist weder männlich noch weiblich.

Shupe erlebte das, was tausende andere Transgender durchmachen müssen: Bei der Geburt als männlich eingeordnet, fühlte Shupe sich jedoch ihr Leben lang weiblich.

Die ganze Kindheit lang hatte sie dem Druck, ihrem zugeordneten, männlichen Geschlecht gerecht zu werden, nachgegeben. Eine absolute Qual.

Die Entscheidung Oregons, es jedem Menschen sich selbst zu überlassen, wie man sich definiert, gibt Shupe jetzt endlich offiziell die Freiheit jeglichen Geschlechterzwängen zu entsagen.

Große Anerkennung in de LGBTQ-Community

Weltweit wird diese Entscheidung mit großem Lob begegnet. Es sei ein wichtiger Schritt für mehr Wahrheit und Gerechtigkeit, wenn das Aussehen nicht mehr mit den Geschlechtsangaben auf dem Ausweis übereinstimmen muss.

Viele Transgender werden in offiziellen Stellen oder etwa bei Polizei-Kontrollen, „Beleidigungen und psychologischen Traumata“ ausgesetzt. In Oregon hat das nun ein Ende.

Hoffnung auf weitere Schritte

Oregons Nachbarstaat Kalifornien hat eine ganz ähnliche Initiative im Senat vorliegen. Carly Mitchell hat diesen Gesetzesvorschlag durch eine Petition in den Senat gebracht.

Sie sagte vor dem Senatsausschuss aus, dass sie es satt habe „ständig beleidigt zu werden“ und endlich sie selbst sein wolle. Mitchell sei schon häufiger aus Fitness-Centern rausgeschmissen worden, weil sie in der falschen Dusche stand – die für sie jedoch die richtige war.

Der Gesetzesentwurf in Kalifornien würde die Möglichkeit für ein drittes Geschlecht in Geburtsurkunden, Personalausweisen und Führerscheinen erschaffen.

Da Kalifornien der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA ist, hoffen Aktivisten jetzt, dass diese Initiative einen Schneeball-Effekt auslösen wird und weitere Staaten dem Vorbild folgen.

Quelle: Noizz.de