Die Pillen gibt es bereits für drei Euro.

Gordon Lemm, SPD-Politiker in Berlin, ist beunruhigt. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern so richtig. Zumindest sein Gemütszustand auf Facebook. Letzten Montag wandte sich der Sozialdemokrat mit einer dringenden Botschaft an die Öffentlichkeit: Immer mehr Kinder und Jugendliche an Berliner Grundschulen würden die Partydroge MDMA konsumieren.

Lemm zufolge kommen bereits 11- bis 12-Jährige in Kontakt mit Ecstasy. Er habe es nicht für möglich gehalten, dass die Droge bereits in so jungen Jahren im Umlauf sei. Die hochdosierten Pillen gibt es bereits für drei Euro, teilweise sogar für 1,50 Euro – das ist weniger als ein Pausenbrot kostet. In der Vergangenheit seien immer mal wieder auf den Schulhöfen Fremde aufgetaucht, die möglicherweise die Verkäufer seien könnten. Dies sei aber mittlerweile von den Schulen unterbunden worden.

Ans Tageslicht kam die beängstigende Entwicklung in Marzahn-Hellersdorf, weil der örtliche Drogenbeauftragte dort einen starken Anstieg an derartigen Vorfällen meldete. Etwa 15 Eltern mit ihren Kindern hätten bei ihm Hilfe wegen Ecstasy gesucht. Die Dunkelziffer ist vermutlich noch viel größer, das genaue Ausmaß ist unklar. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch andere Bezirke betroffen sind. Erste Hinweise hat Lemm aus Neukölln bekommen.

Von einer Epidemie will der Stadtrat nicht sprechen, sondern eine Panik vermeiden. Ihm ginge es ihm um die Sensibilisierung der Eltern. Praktisch alle Oberschulen des Bezirks hätten mit dem Phänomen zu kämpfen. Die Mischung aus Neugier und Ahnungslosigkeit mache junge Menschen besonders anfällig. Vor allem betroffen seien Mädchen, für die MDMA in Form von bunten Pillen anscheinend besonders attraktiv ist.

Es ist klar, dass Drogendealer keine Sozialarbeiter sind. Aber Ecstasy-Pillen an Grundschüler verkaufen, ist wirklich das allerletzte.

Eltern und Kinder, die Hilfe brauchen, können sich vertrauensvoll an die Drogen- und Suchtberatungsstelle des Bezirks wenden: Allee der Kosmonauten 47, Tel. 030/2902781-81, E-Mail: marzahn@vistaberlin.devistaberlin.de.

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Quelle: Noizz.de