Düsseldorf hat den ersten jüdische Mottowagen ever

Jana Kolbe

Mitarbeiterin der Woche
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Beim Rosenmontagszug in Düsseldorf gibt es den ersten jüdischen Mottowagen Foto: David Young / dpa picture alliance

Helau! Kamelle sind koscher und vegan!

Im Kampf gegen Antisemitismus kann auch Humor eine Waffe sein. Erstmals macht eine jüdische Gemeinde mit einem Mottowagen beim Rosenmontagszug in Düsseldorf mit. Am 12. Februar wird zwischen all den satirisch-politischen Karnevalswagen des Düsseldorfer Zuges ein Wagen besonders auffallen. Die jüdische Gemeinde Düsseldorf schickt den spöttischsten Sohn der Stadt, den Dichter Heinrich Heine, in das närrische Treiben.

Niemand in den Karnevalshochburgen oder auch bei den jüdischen Organisationen kann sich erinnern, dass es jemals einen jüdischen Mottowagen bei einem Rosenmontagszug gab.  Seit der Nazi-Diktatur schien es undenkbar, dass jüdische Vereine noch einmal die Nähe zu Jecken suchen könnten.

Michael Szentei-Heise Verwaltungsdirektor der Düsseldorfer Gemeinde findet: „Wir haben eine Zeit, in der der Antisemitismus wieder hoffähig wird und von der extrem rechten und der extrem linken Ecke langsam wieder in die Mitte der Gesellschaft wandert.“

Um das 35 000 Euro teure närrische Projekt zu finanzieren, hat die Gemeinde eine Spendenaktion gestartet. Die Kamelle, die vom Wagen geworfen werden, sind koscher und vegan.

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de