Der Film zeichnet ein schockierendes Bild.

Der Diebstahl einer riesigen Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum. Der Einbruch ins KaDeWe. Ein Mann, der in Neukölln am hellichten Tag totgeprügelt wird – es sind vor allem die spektakulären Verbrechen arabischer Clans, die der Allgemeinheit im Gedächtnis bleiben.

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Viele Menschen, insbesondere in Problembezirken, leiden aber jeden Tag unter der Herrschaft der Großfamilien. Ein Friseur, ebenfalls arabischer Herkunft, hat erst kürzlich seine Scheiben neu einsetzen lassen, nachdem sie bei einem Angriff auf den Laden zerstört wurden. Jetzt sieht er, so gibt er an, jeden Tag die Täter auf der Straße herumlaufen, ohne dass es Neuigkeiten von der Polizei gebe.

Der Mann ist eine von vielen Personen, die in einer neuen Doku des Reporters Olaf Sundermacher zu Wort kommen. Für das ARD-Magazin „Kontraste“ drehte er eine halbstündige Reportage über die Machenschaften der inzwischen riesigen Clans, die oft Tausende Mitglieder umfassen.

Ebenfalls zu Wort kommt Rapper Dapharao, der Teil des Miri-Clans ist und neben Schutzgelderpressung und Drogenhandel eine weitere wichtige Einnahmequelle des organisierten Verbrechens repräsentiert: Hip-Hop.

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Bei ihm wie auch bei anderen Gesprächspartnern seitens der Clans wird frappierend deutlich, wie wenig Angst sie davor haben, öffentlich als Straftäter dazustehen. Ihre größte Stärke ist die Schwäche der Anderen, hier: des Staates. Diese Gleichung gilt auch auf dem Fußballplatz, wo der Kapitän einer arabischen Mannschaft sogar auf einen gegnerischen Spieler einschlagen kann, ohne auch nur Gelb zu sehen. Der Schiedsrichter hat schlicht die Hosen voll – und wer will es ihm verübeln.

Traurig ist auch, wie Clan-Chefs in den letzten Jahren neue Arbeitskräfte bekommen haben: Flüchtlinge werden häufig von den Familien angeheuert, um Drogen unter die Leute zu bringen. Von der Polizei angehalten, werden sie kurze Zeit später wieder laufen gelassen. Beziehungsweise: Fahren, im BMW, versteht sich.

Auch für den Überfall auf diese Sparkassen-Filiale in Berlin war ein arabischer Clan 2014 verantwortlich.

Die Doku zeigt ein schockierendes und ungeschöntes Bild des organisierten Verbrechens in Deutschland. Zum Schluss versaut allerdings die Moderatorin Astrid Frohloff den Film: Weil es zur öffentlich-rechtlichen Pädagogik nun mal dazugehört, macht sie noch schön darauf aufmerksam, dass ja nicht alle Mitglieder der Familien kriminell seien und auch „mangelnde Aufstiegschancen“ ihren Anteil am Elend hätten.

Dass die Mitglieder dieser Sippen möglicherweise schlicht für ihr eigenes Handeln verantwortlich sind, kommt der Redaktion nicht in den Sinn. So ist es am Ende doch die böse Gesellschaft, die Schuld für die Verbrechen derer ist, die sie ausnutzen. Eine gute Doku mit einer faden Pointe.

Hier könnt ihr euch die „Kontraste“-Sendung anschauen.

Quelle: Noizz.de