Er habe mit der rechten Szene abgeschlossen, sagt der Dresdner.

Am Donnerstag musste sich der IT-Techniker Sebastian Z. vor dem Amtsgericht Dresden verantworten. Der Vorwurf: Im Darknet soll der 35-Jährige, der im Polizeiverwaltungsamt arbeitete, fünf Waffen gekauft haben. Außerdem fanden Ermittler Kinderpornos auf seinem Rechner. Der Mann wurde schuldig gesprochen.

Mit Bitcoins im Wert von 7600 Dollar (umgerechnet 6500 Euro) hat der Dresdner fünf halbautomatische Pistolen des Typs „Glock 17“ sowie scharfe Munition gekauft. Im Juli 2017 nahmen LKA-Beamte den Mann fest, als er im benachbarten Radeburg die Bestellung abholen wollte.

Seit 2015 arbeitete der studierte Wirtschaftsinformatiker bei der Polizeibehörde. Er lebte zurückgezogen und verbrachte viel Zeit im Internet.

Die „Sächsische Zeitung“ gibt die Schilderung von Sebastian Z. vor Gericht wieder. Demnach sei er als Jugendlicher in der rechten Szene in Lausitz gewesen, soll damit aber bereits 2003 abgeschlossen haben. Doch die Waffe habe er sich auch zum Eigenschutz besorgt, auch wegen der Flüchtlingssituation.

Bei dem Handel geriet der Polizei-Mitarbeiter an einen australischen verdeckten Ermittler. Der Anwalt des Angeklagten wirft diesem vor, seinen Mandanten provoziert zu haben, mehr Waffen zu kaufen. Eigentlich habe dieser „nur“ eine Waffe kaufen wollen.

Bei der Durchsuchung stellte die Polizei auch Kinderpornos auf Datenträgern fest, knapp 1000 Fotos und Videos. Viele Daten konnten aber laut Staatsanwaltschaft nicht entschlüsselt werden. Sie forderte zwei Jahre und zwei Monate Haft.

Am Ende wurde es noch mehr: Das Schöffengericht verurteilte Sebastian Z. zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten.

Das Darknet ist ein Rückzugsort für alle, die anonym im Internet unterwegs sein wollen. Das können Journalisten und Oppositionspolitiker in autoritären Regimen sein, Menschen, die keine Daten preisgeben wollen, aber eben auch Kriminelle. Auch David S., der 2016 einen Amoklauf in München beging, besorgte sich eine „Glock 17“ im Darknet.

Quelle: Sächsische Zeitung