Er geht nach Italien und nimmt seine Frau mit.

Spanische Studenten gelten als absolute Erasmus-Spitzenreiter. Aus keinem anderen Land zieht so es viele Studenten ins Ausland, wie aus dem südeuropäischen Staat.

Miguel Castillo ist einer von ihnen. Die Besonderheit: Castillo ist 80 Jahre alt und damit der älteste Erasmus-Student der Welt.

Wie die spanische Zeitung „El Espanol“ berichtet, arbeitete Castillo sein ganzes Leben lang als Notar, bis er schließlich in den Ruhestand ging. Zunächst führte er ein typisches Pensionärs-Leben, bis er im Alter von 75 Jahren einen Herzinfarkt erlitt. Ab diesem Zeitpunkt nahm sein Leben eine Wende. Castillo beschloss, den Rest seines Lebens „aktiv“ zu verbringen und noch einmal zu studieren. Nach mehreren Bewerbungen wurde er schließlich an der Universität von Valencia für das Fach Geschichte zugelassen.

Mittlerweile ist Castillo im dritten Studienjahr. Seine Noten sind gut und auch am studentische Leben beteiligt er sich rege: Er nahm bereits an mehreren Demonstrationen teil und begleitet seine Kommilitonen, die ihn liebevoll „Opa“ nennen hin und wieder sogar in die Disko. Castillo entschied sich daher, noch einen Schritt weiter zu gehen und sich für ein Erasmus-Stipendium zu bewerben. Mit Erfolg!

Er wurde in das europäische Förderprogramm aufgenommen, das es ihm ermöglicht, ein Jahr im Ausland zu studieren. Als Studienort wählte Castillo das italienische Verona, das er schon vor 42 Jahren besuchte, um die Opernsängerin Maria Callas singen zu hören. Es interessiere ihn, wie sich die Stadt seitdem entwickelt habe, so Castillo.

Alleine wird der Erasmus-Opa sein Auslandsabenteuer aber nicht antreten: Seine 15 Jahre jüngere Frau wird in begleiten. „Ich gehe mit meiner Frau, sie ist ein Engel“, sagte Castillo gegenüber El Espanol. „Sie war Krankenschwester. Ich bat sie mitzukommen, um auf mich aufzupassen.“

Für die Zeit nach dem Studium hat Castillo auch schon Pläne. Nach seinem Abschluss würde er gerne Professor werden und unterrichten. „Ich möchte in irgendeiner Weise mit der Fakultät verbunden bleiben. Bei Bedarf auch ohne Bezahlung.“

Quelle: Noizz.de