Wir haben die BVG gefragt, ab wann du ihn testen kannst.

Es klingt ein bisschen wie im Science-Fiction-Film: Die BVG testet tatsächlich autonom fahrende Mini-Busse! Die Berliner Verkehrsbetriebe kündigen an, dass die ersten Fahrgäste die fahrerlosen Busse schon ab Frühjahr testen werden – natürlich nach ausgiebigen, bereits laufenden Techniktests. Auf dem Campus Charité Mitte und dem Campus Virchow-Klinikum sind dann vier Busse auf drei Routen unterwegs.

Autonom fahrender Mini-Bus der BVG Foto: BVG/Diana Stein / BVG/Diana Stein

Müssen wir uns also bald für immer von den grummeligen Ansagen der Busfahrer verabschieden und stattdessen mit dem Roboterbus zur Arbeit fahren? Ganz so schnell geht es wohl nicht, sagt Markus Falkner, Pressesprecher der BVG:

„Wir stehen bei dieser Technik ganz am Anfang der Entwicklung. Mit dem Testbetrieb wollen wir lernen. Dabei geht es auch um die Akzeptanz der Fahrgäste. Ob, wann, in welchem Umfang und in welcher Form fahrerlose Fahrzeuge eine sinnvolle Ergänzung für den ÖPNV sein können, hängt zum einen von den gewonnenen Erfahrungen, aber vor allem von zahlreichen anderen Faktoren ab.“

Ein Faktor dabei ist auch die bislang ungeklärte Rechtslage. Wer etwa haftet, wenn der automatische Bus einen Unfall verursacht? In der Testphase werden die Mini-Busse lediglich mit 20 km/h auf dem Testgelände fahren und nicht im öffentlichen Straßenverkehr – Unfallrisiko besteht also erst Mal kaum. Die Busse sollen zudem dazu beitragen, Berlin bis 2050 zu einer klimaneutralen Stadt zu machen. Sie fahren ohne fossile Brennstoffe rein elektrisch.

Ein bisschen gruselig ist die Vorstellung unbemannter Fahrzeuge aber dennoch, wenn man zum Beispiel nachts allein mit einer Gruppe Betrunkener auf dem Heimweg ist und niemand im Bus ist, der im Ernstfall einschreiten könnte.

Ganz allein werden die Mini-Busse aber zunächst nicht auf die Piste geschickt. „In der ersten Phase des Testbetriebs sind immer Begleitpersonen an Bord, die Eingreifen können, falls die Technik Probleme mit bestimmten Situationen haben sollte“, versichert Falkner.

Ob die Tickets für Busse günstiger werden, wenn sie niemand steuern muss oder teurer, wegen der aufwendigen Technik? Wird der ÖPNV dadurch zuverlässiger? Und was passiert eigentlich mit den Busfahrern und Busfahrerinnen? Bis wir tatsächlich in den selbstfahrenden Bussen durch Berlin gondeln dürfen, gilt es wohl noch einige Fragen zu klären.

Quelle: Noizz.de