Vor allem in diesem Jahr setzt die Oscar-Jury einige wichtige Zeichen.

Der Oscar gilt als der wichtigste Filmpreis der Welt. Das ist er aber nicht. Denn zu viele gute Filme bleiben oft unter dem Radar der Academy – etwa wie die Filmperle „The Lobster”, der nur für einen Drehbuch-Oscar nominiert war. Und den nicht einmal gewann.

Trotzdem ist der Oscar der Filmpreis mit der meisten Aufmerksamkeit. Er setzt Zeichen und verrät viel über unsere Gesellschaft. Das tat er auch 2017 mit den folgenden Entscheidungen:

1. Das echte Amerika siegt über das alte Amerika

Nach der #OscarSoWhite-Debatte der vergangenen Jahre kann man sich dieses Jahr nicht darüber beschweren, dass zu wenige „People of Color” nominiert und ausgezeichnet wurden.

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Das Drama „Moonlight”, die beiden Nebendarsteller Mahershala Ali und Viola Davis sowie Barry Jenkins als bester Drehbuchautor waren völlig verdient nominiert und haben noch verdienter gewonnen. Die Academy hat dazugelernt und sich die Kritik zu Herzen genommen.

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„Moonlight” ist ein Film über das echte Amerika, jenseits des Hollywood-Glamours von „La La Land”. Er erzählt die Geschichte des schwarzen, schwulen Unterschichten-Jungen Chiron so kunst- und gefühlvoll, dass die Academy nicht anders konnte, als ihn auszuzeichnen. Es ist ein Film über das moderne Amerika.

Eigentlich gilt es bei den Oscars als absolutes NoGo Politik auf die Bühne zu bringen. Es war ein Skandal, als Marlon Brando 1971 seinen Oscar ablehnte, weil er auf die Ungerechtigkeit gegenüber den Ureinwohnern Amerikas aufmerksam machen wollte. Oder als Michael Moore 2003 „Shame on you, Mr. Bush!” rief.

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Doch diesmal waren politische Botschaften erlaubt und willkommen – dank Präsident Trump. Und der bekam sein Fett nicht nur von Moderator Jimmy Kimmel weg, der sich sehnlichst nach peinlichen Trump-Tweets sehnte.

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So boykottierte der iranische Gewinner für den besten fremdsprachigen Film, Asghar Farhadi, die Verleihung. Auf der Bühne ließ er ein Statement verlesen, in dem er den „Muslim Ban” und die neuen Aggressionen Trumps deutlich kritisierte – ohne Trumps Namen dabei überhaupt zu nennen.

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Der Mexikaner Gael García Bernal sprach sich gegen jegliche Art von Mauer aus und einer der Gewinner in der Kategorie Make-up widmete seinen Preis jedem Migranten. Diese Politisierung tat den Oscars wirklich gut.

Einer der umstrittensten Preise der Verleihung ging an Casey Affleck: Nicht weil seine Leistung in „Manchester by the Sea” schlecht war – ganz im Gegenteil. Sondern weil ihn auf dem Höhepunkt seiner Karriere die Geister von damals einholen. 2010 soll er an einem Filmset zwei Frauen sexuell belästigt haben. Er wurde zwar nicht verurteilt, denn er einigte sich mit den Klägerinnen außergerichtlich. Trotzdem hängt ihm jetzt der Ruf des „Pussy Grabbers” nach.

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Viele hätte lieber Denzel Washington als besten Hauptdarsteller gesehen, doch aus künstlerischer Sicht ist an der Entscheidung für Affleck völlig richtig. Er war der beste Schauspieler – auch wenn er nicht der beste Mensch sein mag.

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Emma Stone ist eine tolle Schauspielerin. Ihr Leistung ist eines der Highlights von „La La Land” – aber mindestens drei andere Darstellerinnen waren in diesem Jahr einfach besser: Isabelle Huppert, Natalie Portman und Meryl Streep.

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Doch der Academy geht es bei der Auszeichnung der besten Hauptdarstellerin längst nicht mehr um Leistung, sondern um die unverbrauchte Jugend und Schönheit. Es ist kein Geheimnis, dass es für junge Frauen deutlich einfacher ist als beste Darstellerin ausgezeichnet zu werden als für junge Männer – man siehe sich allein die Preisträgerinnen der vergangenen Jahre an.

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So sehr die Jury sich in diesem Jahr bemühte, frischen Wind ins Filmbusiness zu bringen: In Sachen Frauen bleibt alles beim Alten.

  • Quelle:
  • Noizz.de