Die Zukunft des Kölner Karnevals ist unklar

Jean Mikhail

Kino, Food, Politik, Fußball, Frankreich
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Alaaaaaaaf! Foto: Rolf Vennenbernd / dpa picture alliance

Noch nie war es am 11.11. in Köln so voll.

Beliebt war der Kölner Karneval schon immer, doch so viele Menschen wie dieses Jahr kamen zur Eröffnung der jecken Zeit am 11. November noch nie. Die Altstadt war völlig überlaufen, Straßenbahnen kamen nicht mehr durch. Schon um 11 Uhr durften keine weiteren Jecken mehr auf Plätze wie den Heumarkt oder den alten Markt.

I Werd Jeck! Foto: Rolf Vennenbernd / dpa picture alliance

Dabei hinterließen sie eine völlig verdreckte Innenstadt: Die Stadtreinigung musste 50% mehr Müll entsorgen als im vergangenen Jahr, die Straßen waren zu einem Paradies für Pfandsammler geworden und voller leerer Glasfaschen.

Immer mehr Kölner wollen ihren Karneval draußen feiern – und das bereitet den Verantwortlichen Kopfzerbrechen. Die Kölner Oberbürgermeisterin Reker will nun einen Runden Tisch bilden, um über die Zukunft des Kölner Kulturgutes zu entscheiden: „Wir wollen es nicht hinnehmen, dass unser Karneval und unsere Stadt kaputtgemacht werden. Die Stadtgesellschaft muss jetzt entscheiden, wie es mit den öffentlichen Feiern an den Karnevalstagen weitergehen soll.“

Den Karnevals-Traditionalisten gefällt gar nicht, was aus ihrem Fest geworden ist: „Die Eröffnung der Saison ist endgültig auf Ballermann-Niveau angekommen“, sagt der Verein „Stadtmarketing Köln“. Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung sprach vom „schlimmsten Elften im Elften, den ich je erlebt habe“.

Viele störten sich an den vielen Wildpinklern, die im Suff unter anderem an Kirchen oder in Zügen pullerten. „Wir mussten vorbei an besoffenen Kindern und krakeelenden Erwachsenen, durch Pisse, kaputte Flaschen und dergleichen“, beklagte sich Karnevals-Sänger Alexander Barth.

Obwohl man Karneval eigentlich lieben muss – so wie am vergangenen Wochenende in Köln sollte es natürlich nicht laufen. Da macht das Ganze nämlich keinen Spaß!

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