Und das Netz reagiert mit Galgen-Humor.

Donald Trumps konservativer Richterkandidat sitzt jetzt auf Lebenszeit im Supreme Court.

Damit ist der Fall Kavanaugh wohl vorerst abgeschlossen: Donald Trumps Republikaner-Kandidat für den amerikanischen Supreme Court, also den mächtigsten Gerichtshof des Landes, wurde am vergangenen Samstag mit einer historisch knappen Mehrheit vom amerikanischen Senat bestätigt.

50 von 100 Senatoren haben für den Einsatz von Richter Brett Kavanaugh gestimmt. 48 Mitglieder des Senats stimmten dagegen.

Der republikanische Senator Steve Daines aus Montana hatte als Einziger nicht abgestimmt.

Seine Parteikollegin Lisa Murkowski aus Alaska war zwar gegen die Nominierung, hatte ihre Stimme allerdings zurückgezogen.

Die Abstimmung im Senat, der momentan eine republikanische Mehrheit von 51 Mitgliedern vorweist, wurde nach einer einwöchigen FBI-Untersuchung zu den Missbrauchsvorwürfen gegen Kavanaugh durchgeführt.

Der Republikaner und Senator aus Arizona, Jeff Flake, hatte die Investigation bei der Anhörung von Kavanaughs Anklägerin, das mutmaßliche Missbrauchsopfer Dr. Christine Blasey Ford, gefordert.

Laut Medienberichten soll das FBI den Missbrauchsvorwürfen von Psychologie-Professorin Dr. Christine Blasey Ford und anderen Anklägerinnen jedoch nur sehr oberflächlich nachgegangen sein. So waren weder Ford noch Kavanaugh selbst zu dem Fall interviewt worden.

Einen Tag früher als erwartet, hatte das FBI den Ermittlungsbericht zu den Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs gegen Brett Kavanaugh abgeschlossen.

Mehrere Zeugen hatten dem FBI während ihrer Ermittlungsarbeit vorgeworfen, sie nicht berücksichtigt zu haben.

Drei Frauen hatten Kavanaugh sexuelle Übergriffe vorgeworfen.

Nach der offiziellen Abstimmung des Senats könnte Brett Kavanaugh nun auf Lebenszeit das Zünglein an der Waage sein.

Denn der Richter hat den sogenannten „Swing Seat“, da er zwischen vier liberalen und vier konservativen Richtern im Supreme Court nun als neuntes Mitglied wichtige Entscheidungen treffen kann.

Der konservative Kavanaugh kann also mit seiner entscheidenden Stimme im wichtigsten Gerichtshof Amerikas das Land über Generationen verändern, obwohl ihm mehrere Fälle von sexuellem Missbrauch vorgeworfen werden.

Das Internet ist nach der Bestätigung des 53-Jährigen regelrecht eskaliert, schließlich stehen mit Kavanaugh und Trump nun liberale Gesetze und Werte mehr denn je auf der Kippe.

Das ist auch amerikanischen Promis bewusst, die sich jetzt in Schaaren bei Social Media an ihre Follower wenden.

Das britische Model Cara Delevingne machte ihrem Unmut bei Instagram Luft – nicht ohne das Ganze auch etwas mit Humor zu nehmen.

Auf ihrem Profil teilte sie ein Video, bei dem Brett Kavanaugh von Jules Winnfield aus Pulp Fiction in die Mangel genommen wird.

Neben des witzigen Zusammenschnitts postete Cara allerdings auch ihren Support für alle Opfer von sexuellem Missbrauch.

Auch Hollywood-Ikone Robert De Niro („Taxi Driver“, „Der Pate“) versucht Kavanaughs Ernennung mit Humor zu nehmen.

Bei einer Gala in Beverly Hills am Samstag kam er nicht umhin, sich über den Alkoholkonsum des Richters während seiner Collegezeit lustig zu machen: „Nur zur Erinnerung: Drinks wie Wein und Bier fließen in Strömen, aber gebt Acht. Wenn ihr zu viel trinkt, könntet ihr im Supreme Court landen.

So melden sich gerade vor allem Normalos zu Wort, deren Namen leider ihr Leben lang mit dem Richter aus Washington verknüpft sein werden.

So wie ein Brett Kavanaugh, der auf Twitter verkündet: „Es ist eine schreckliche Zeit um Brett Kavanagh zu heißen“, und damit promt auf viel Zuspruch von Leidensgenossen stößt.

Neben witzigen Memes gibt es natürlich auch ernsthafte Reaktionen auf den jetzt schon historischen Fall von Brett Kavanaugh.

[Mehr zum Thema: Cartoon, Lippenstift, Parodie: So antwortet die Pop-Kultur auf den Fall Kavanaugh]

In dutzenden großen US-Städten protestierten Menschen auf der Straße gegen die Nominierug des konservativen Richters. Tausende Supporter und Gegner von Kavanaugh hatten sich auch während seiner Ernennung vor dem Kapitol eingefunden.

Hunderte Juraprofessorinnen und Professoren hatten sich in einem offenen Brief gegen die Ernennung von Kavanaugh ausgesprochen.

Die Berufung Kavanaughs hat zwar keine direkten Einflüsse für die deutsche Politik, jedoch ist sie ein Zeichen, dass Amerika tief gespalten ist.

In den vergangenen Tagen hat sich gezeigt, dass mittlerweile ein erbitterter Kampf zwischen Liberalen und Demokraten, sowie Konservativen und Republikanern geführt wird.

Das könnte die unruhige politische Lage unter Trump noch weiter verschlimmern. Unruhe im Inneren kann sich dann natürlich auch auf außenpolitische Reaktionen der USA ausüben, was uns hier in Deutschland damit direkt betreffen kann.

Die größte Angst in den USA ist allerdings, dass der Supreme Court wichtige Entscheidungen, wie die gleichgeschlechtliche Ehe oder Anti-Diskriminierungs-Gesetze unter dem Einfluss Kavanaughs wieder rückgängig machen könnte.

Kavanaugh kann zwar bei Fehlverhalten theoretisch mit einem Aufhebungsverfahren wieder aus dem Obersten Gerichtshof fliegen, allerdings ist dieser komplizierte Prozess erst einmal in der US-Geschichte passiert.

Quelle: Noizz.de