Ein Mitarbeiter der Muckibude ist empört über das Krisenmanagement seines Arbeitgebers.

Das Schild wurde am Mittwoch im „EasyFitness Club" in Güstrow aufgehängt. Wie lange es dort für die Besucher sichtbar war, ist nicht bekannt. Jedenfalls lange genug, um fotografiert und in den sozialen Netzwerken verbreitet zu werden. Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten.

Das stand auf dem Plakat:

„Liebe Mitglieder. Aufgrund jüngster Ereignisse (Terrorverdacht + Festnahmen) & zum Schutz unserer Mitglieder, werden wir ab SOFORT keine Mitbürger mit Migrationshintergrund mehr aufnehmen. Wir bitten euch um Verständnis. Für Fragen stehen wir euch gern zur Verfügung. Eurer EasyFitness Team (Alle Fehler im Original)"

Das Bild wurde von einem Angehörigen einer antifaschistischen Bewegung im Netz verbreitet

Anlass für das Plakat soll demnach die Festnahme von drei mutmaßlichen Islamisten wenige Stunden zuvor im Ort gewesen sein. Einer von ihnen soll angeblich im Fitnesscenter trainiert haben. Ob es sich bei den dreien um Migranten handelt, ist bisher nicht bekannt.

Das betroffene Fitness-Studio gehört zu einer Kette mit insgesamt 100 Clubs in Deutschland, Österreich und Spanien. Die Zentrale hat dem Fitness-Studio in Güstrow untersagt, zu dem Thema Stellung zu beziehen, scheint aber selbst nicht wirklich souverän in Sachen Öffentlichkeitsarbeit zu sein.

Der stümperhafte Versuch, der Lage Herr zu werden und die Vorwürfe abzuwehren, lässt keine andere Schlussfolgerung zu. Erst wurden empörte Kommentare auf Twitter und Facebook gelöscht. Stunden später veröffentlicht „EasyFitness" eine Entschuldigung, die ihresgleichen sucht.

Souverän geht anders

Besonders der letzte Satz lässt Raum für Spekulationen. In Zukunft sind demnach alle Menschen herzlich willkommen. Stellt sich die Frage, ob das vorher auch so gewesen ist.

Im Gespräch mit NOIZZ verrät ein Mitarbeiter:

„Wir dürfen zurzeit leider nichts zu dem Thema sagen, da die Zentrale dies untersagt hat. Dass sie dann so ungeschickt mit der Situation umgegangen ist, ist für mich unverständlich und macht es für uns nicht leichter."

Wer das Plakat aufgehängt hat und wie lange es hing, weiß der Angestellte nicht. Allerdings schließt er aus, dass es einer der Mitarbeiter war.

„In unserem Fitness-Center ist es egal, wer man ist oder woher man kommt. Hier trainieren selbstverständlich auch Migranten. Wir geben auch denen eine Mitgliedschaft, die Deutschland in absehbarer Zeit verlassen müssen oder wollen."

Für EasyFitness ist es angeblich egal, woher du kommst

Trotzdem sei man nicht Multi-Kulti. „Das sieht in anderen Teilen Deutschlands natürlich anders aus. In Ostdeutschland sind eben weniger Zuwanderer angesiedelt und es gibt leider die Szene, die Ausländer ablehnt. Irgendein Idiot muss dieses Plakat aufgehängt haben.”

Dem sozialen Druck will man im Güstrower Fitnessclub nicht nachgeben. Die Facebookseite bleibt weiter online.

Quelle: Noizz.de