Die Baumwollpflanze hatte ein kurzes Leben.

Am 3. Januar landete die chinesische Raumsonde Chang'e 4 auf dem Mond. Eine Premiere: Zum ersten Mal setzte eine Sonde auf der Rückseite des Mondes auf. Die nächste Debüt sollte nicht lange auf sich warten lassen. Erstmals keimte ein Samen auf dem Mond – im Inneren der Raumsonde.

Die Freude über das Pflänzchen hielt nicht lange an. Am gestrigen Mittwoch gab die chinesische Weltraumbehörde CNSA bekannt, dass die erste Pflanze, die jemals auf dem Mond keimte, bereits wieder eingegangen ist. Der Grund: ein rapider Temperaturabstieg runter auf minus 170 Grad Celsius.

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In einer Art speziellem Gewächshaus sei ein Baumwollsamen aufgegangen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am vergangenen Dienstag. Neben der Baumwolle hatten die Forscher um Xie Gengxin von der Chongqing Universität auch andere Pflanzensamen sowie Eier von Fruchtfliegen und Hefepilze auf den Mond geschickt. Sie sollten als eine Art Mini-Biosphäre voneinander profitieren.

Forscher hatten das kurze Pflanzenleben bereits erwartet

Von Beginn an war klar: Ein langes Wachstum wird dem Baumwoll-Pflänzchen nicht gegönnt sein, weil über Chang'e 4 gerade eine mehrere Erdentage dauernde und sehr kalte Mondnacht mit Temperaturen von bis zu minus 170 Grad begonnen hat.

Der Mondforscher Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sieht gerade in den langen Mondtagen und -nächten eine Herausforderung. „Ganz egal, welche Plantage man dort oben aufbauen will, man muss sich was einfallen lassen, woher man Licht und Energie bekommt.“ An einer bestimmten Stelle auf dem Mond ist es in etwa zwei Wochen am Stück hell und dann zwei Wochen dunkel.

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Die Mond-Baumwolle ist zwar die erste Pflanze, die auf dem Erdtrabanten gewachsen ist. Im All wurde aber auch früher schon Gemüse gezogen. Laut dem Guinnessbuch der Rekorde wurde bereits 1982 die in der Forschung beliebte Pflanze Arabidopsis auf der sowjetischen Raumstation Saljut 7 angebaut.

[Zusammen mit: Dpa]

Quelle: Noizz.de