Es gibt inzwischen einfach zu viele Sorten.

In Deutschland haben die Automobilindustrie und die Bierwirtschaft einiges gemeinsam. Es sind große Branchen, die international noch geschätzt werden. Im eigenen Land sinkt aber der Absatz. Deshalb bieten sie immer mehr Modelle oder eben Biersorten an. Für jeden soll es genau das passende Auto und das perfekte Bier geben.

Den deutschen Handel nervt das Thema Bier so langsam, wie „Die WELT“ berichtet. Aktuell gibt es 1400 Brauereien und 6000 Biermarken in Deutschland. Und es werden mehr. Zeitgleich ist die Biernachfrage seit 30 Jahren dabei zu sinken. Wollte man jeder Biersorte damit gerecht werden, dass sie mit ins Sortiment wandert, müssten Supermärkte doppelt so groß sein, wie sie es gegenwärtig sind. Das geht natürlich nicht. Es kann nicht alles ins Regal.

Inzwischen stellt wirklich jeder eigenes Bier her Foto: Stefan Sauer / dpa picture alliance

Weizen, Pils und Exportbiere verkaufen sich immer schlechter, während Hell- und Spezialbiere zulegen können. Auch das alkoholfreie Bier wird bei den Kunden immer beliebter. Zwar ist das klassische Pils immer noch das mit Abstand meist verkaufte Bier, beim Umsatz macht sich das aber nicht richtig bemerkbar. Das liegt vor allem an den Sonderangeboten für Pilsbier.

Für Spezialitäten greifen die Bierfreunde gern tiefer in die Tasche. Allerdings lohnt es sich nicht für jede neue Brauerei noch ein Craftbier und noch eine Flasche mit Bügelverschluss auf den Markt zu werfen. Viele Biermixprodukte verschwinden, wegen zu geringer Nachfrage bereits kurz nach Martkeinführung.

Inzwischen sieht man mancherorts das Bier vor lauter Kästen nicht mehr. Die Suche nach der eigenen Lieblingsmarke kann richtig anstrengend sein.

Im Schnitt trinkt jeder Deutsche im Jahr 104 Liter Bier. Allerdings wird es aufgrund der Bervölkerungsentwicklung auch in den kommenden Jahren zu sinkenden Absatzzahlen kommen. Der Druck auf die Brauereien und ihre Kessel steigt weiter an.

Quelle: Die Welt