Schwarzfahren wird trotzdem nicht leichter.

Bisher waren die Abfahrts- und Ankunftszeiten der Deutschen Bahn eher eine "unverbindliche Reiseempfehlung". Das wollen die Fernverkehrsexperten jetzt ändern: "Für ein Unternehmen, das viel unter freiem Himmel arbeitet, ist die Zunahme extremer Wetterphänomene eine echte Aufgabe. Wir bauen deshalb derzeit mit Hochdruck ein 'Lagezentrum Pünktlichkeit' auf", sagte Bahnchef Richard Lutz der "Bild am Sonntag". In dem Lagezentrum sollten künftig aus allen Bereichen die Informationen zusammenlaufen, die die Bahn zur Verbesserung der Pünktlichkeit brauche, erklärte Lutz. Dadurch solle es bei Unwettern zu weniger Ausfällen kommen.

Pünktlichkeitsziel wird sogar aufgestockt

Klar, der plötzliche Wintereinbruch und über dreißig Grad im Sommer kommen für die Bahn schließlich jedes Jahr sehr überraschend. Aber das Unternehmen ist ja inzwischen Meister der Ausreden: Dass die Bahn 2017 das von ihm ausgerufene "Pünktlichkeitsziel" (81 Prozent aller Fernzüge sollten pünktlich ankommen) nicht erreichte, führt Lutz unter anderem auf Stürme und die Sperrung der Rheintalbahn zurück. Doch anstatt mit dem Pünktlichkeitsziel mal etwas zurück zu rudern, setzt die Bahn für 2018 sogar noch eins drauf: "Unser Ziel im Fernverkehr liegt für dieses Jahr bei 82 Prozent."

Netflix suchten ohne Unterbrechung

Gute Nachrichten gibt es außerdem für alle, die während der Fahrten im ICE die aktuellste Netflix-Serie durchsuchten wollen: Denn ab Mai will das Unternehmen ein neues digitales Check-In einführen, das die Fahrkartenkontrollen im Fernverkehr reduzieren soll. Wer eine Platzreservierung hat, kann sich selbst übers Smartphone einchecken und wird dann nicht mehr alle zwei Haltestellen ("Ist hier noch jemand zugestiegen?") von dem Kontrolleur von den wirklichen wichtigen Dingen des Lebens abgehalten - Netflix geht vor!

Außerdem will die Bahn weitere Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz seiner Mitarbeiter ergreifen: "Wir haben mehr Sicherheitskräfte eingestellt, diese besser ausgebildet und zeichnen mit Bodycams die Störer auf. Wir setzen weiter auf einen Mix aus Videoüberwachung und Sicherheitskräften - auch mit Hundestreifen."

[Text zusammen mit DPA]

Quelle: Noizz.de