Wir hatten schon leicht Panik geschoben.

Vor zwei Wochen machte die Meldung die Runde, dass der Döner vor dem Aus steht (NOIZZ berichtete). Der Grund: Phosphat-Zusätze in tiefgefrorenen Fleischspießen. Wir fragten uns schon, was wir statt Döner essen sollen ...

Jetzt hat das Europaparlament entschieden: Der Döner darf bleiben!

Die Entscheidung war allerdings sehr knapp. 373 Abgeordnete wollten verhindern, dass der Döner in die Liste jener Lebensmittel aufgenommen wird, die mit einer geringen Phosphorzugabe noch haltbarer und noch knackiger gemacht werden dürfen. Sie scheiterten an der absoluten Mehrheit: Es fehlten drei Stimmen.

Ein Glück für alle Döner-Liebhaber!

Bei der Diskussion ging es vor allem darum, ob der Dönerspieß „Fleischzubereitung“ oder „Fleischprodukt“ ist. Als Fleischzubereitung hätte der Döner ohne Phosphat auskommen müssen, als Fleischprodukt sind jedoch seine Chancen auf eine Ausnahmegenehmigung besser. Diese wird er nun von der EU-Kommission bekommen.

Damit wird er dem Kassler Fleisch gleichgestellt. Aber auch dem Brät von Würstchen, dem Hamburger oder Erfrischungsgetränken.

Der für Lebensmittelsicherheit zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis fand, der Döner erfülle alle Voraussetzungen für seine Aufnahme in die Positivliste: Keine Gesundheitsbedenken, eine technologische Notwendigkeit und keine Gefahr einer Irreführung der Verbraucher.

Schon 1991 habe ein wissenschaftlicher Ausschuss für Lebensmittel festgestellt, dass Döner ungefährlich sei. 2013 habe man das noch einmal bestätigt.

Außerdem beinhalte ein Döner lediglich 134 Milligramm Phosphat. 4200 Milligram seien als Tagesration unbedenklich, so die CDU-Abgeordnete Renate Sommer.

Die dänische Sozialdemokratin Christel Schaldemose führte die Front der Phosphat-Bekämpfer an: Es gebe trotz der genannten Argumente Befürchtungen, dass der Phosphat-Döner ungesund sei, da er Herz und Kreislauf belaste. Deswegen solle man vorsichtshalber abwarten, bis im kommenden Jahr eine neue Studie der EU-Lebensmittelaufsicht EFSA Klarheit schaffe. Der belgische Grüne Bert Staes betonte außerdem, es gebe durchaus phosphatfreie Alternativen.

Wie dem auch sei: Der Döner wird nicht verboten. Und unsere Late-Night-Fressattacken sind gerettet. Einmal „mit alles“ bitte!

[Text: mit dpa]

Quelle: Noizz.de