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Der Bundestag hat die Einführung einer dritten Geschlechts-Option beschlossen. Bisher konnte ins Geburtenregister nur „männlich“ und „weiblich“ eingetragen werden. Künftig wird es auch die Option „divers“ für intersexuelle Menschen geben.

Mit dem Beschluss vom späten Donnerstagabend setzt das Parlament eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem vergangenen Jahr um. Die bisherige Pflicht, einen Menschen dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuzuordnen, wurde darin als Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht und das Diskriminierungsverbot gewertet.

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Die Reformpläne standen allerdings von Anfang an in der Kritik

Der Grund: Eine Änderung im Geburtenregister ist – auf Drängen der Union – an die Vorlage geknüpft, ein ärztlichen Attest vorzuweisen. Diese Regelung wurde in den Ausschussberatungen nur leicht abgeschwächt. Demnach soll nun in wenigen Ausnahmefällen auch eine eidesstattliche Versicherung der Betroffenen ausreichend sein.

Der Lesben- und Schwulenverband LSVD zeigte sich enttäuscht

LSVD kritisierte, Intersexualität werde auf körperliche Abweichungen eingeengt. Vorstandsmitglied Henny Engels betonte aber, „dass sich das Geschlecht nicht allein nach körperlichen Merkmalen bestimmen lässt, sondern von sozialen und psychischen Faktoren mitbestimmt wird.“

Der CDU-Abgeordnete Marc Henrichmann verwies hingegen auf das staatliche Interesse an einem Personenstandsregister mit Beweiskraft. Das lasse keine Selbsteinschätzung nach subjektiven Empfindungen zu.

Noch deutlicher wandte sich die AfD gegen eine solche Möglichkeit. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Beatrix von Storch betonte: „Die Geschlechtszugehörigkeit ist seit Bestehen der Menschheit ein objektives Faktum – so wie Alter und Körpergröße auch.“

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[Zusammen mit: dpa]

Quelle: Noizz.de