Manche nannten ihn auch „die Bestie“.

Er war einer der meistgefürchtesten Mafiosi der Welt: Salvatore Toto Riina, genannt „Boss der Bosse“ oder auch „Bestie“. Nie hatte die berüchtigte Cosa Nostra-Mafia aus Sizilien einen brutaleren Chef, er terrorisierte ganz Italien, mordete, bombte. Nun ist er mit 87 Jahren in einem Gefängnis in Parma gestorben.

Riina saß schon seit 1993 hinter Gittern, war wegen hunderter Morde zu 26 lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Unter anderem ließ er Richter töten, Politiker, Journalisten, Unternehmen, dazu rivalisierende Mafiosi und sogar deren Kinder. Und nicht etwa einfach so per Erschießung, sondern gerne besonders grausam, zum Beispiel mit Säureangriffen.

Trotz seiner Haft blieb der gerade mal 1,58 Meter kleine Sizilianer Boss der Cosa Nostra – selbst im Gefängnis übte er eine solche Autorität aus, dass niemand sich traute ihn abzusetzen. Erst jetzt werden die Mafiosi sich einen neuen Chef suchen.

Im Sommer war in Italien die Frage aufgekommen, ob man den steinalten Riina, geplagt von Nierenkrebs und Herzproblemen, noch einmal nach Hause lassen solle, um „in Würde zu sterben“. Doch Mafiaexperten in ganz Italien waren sich einig: Selbst vor sich hin siechend ist die „Bestie“ brandgefährlich.

Quelle: Süddeutsche Zeitung